23. Bewusst durch das Leben und gesünder werden

22. September 2017
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3 Minuten Lesezeit

Diese Woche haben mich zwei Meldungen beschäftigt, die mir wieder bewusst gemacht haben, was für mich derzeit im Leben wichtig ist.

Als erstes war es ein Facebook Posting von  meinem ehemalige Kollegen bei Puls4, Florian Danner. Er befindet sich gerade auf einer #wahlwanderung durch Österreich, von Meiningen (Vorarlberg) nach Deutsch-Jahndorf (Burgenland). In seinem Post vom 19. September schreibt er unter anderem:

+ Lektion: Nur in Tagesetappen denken - und nicht weiter. Alles andere schlägt sich aufs Gemüt...

Florian Danner
Länge des Weges

Wie recht er hat! Es ist auch mein Thema derzeit. Langsam kommt das Denken wieder und ich beginne zu viel zu denken. Zum Beispiel über meine ungewisse Zukunft. Aber wozu sich Sorgen um etwas machen, was noch nicht einmal da ist. Gerade im Extremsport bin ich schon früher solche Wege gegangen. Ob beim Iditabike in Alaska (300 km bei -35°) oder der Crocodile Trophy in Australien (3000km). Die Länge des Weges durfte ich nie thematisieren. Das gilt auch für meine jetzige Erkrankung.

An solchen Erlebnissen und was ich daraus gelernt habe, erinnert mich zum Beispiel Florians Wanderung. Meine Erinnerung an früher ist noch nicht in vollem Umfang da. So helfen mir andere Menschen mich immer wieder, mich daran zu erinnern. Es wird mir dadurch immer mehr bewusst.

Die Länge des Weges gilt besonders für meine Rehabilitation. Es darf kein Thema sein und auch nicht werden. Es braucht so lange wie es braucht. Das ist eben ein Spagat zwischen Geduld und Ungeduld. Ich brauche ein bestimmtes Maß an Ungeduld. Es ist mein Antrieb weiter zu tun, mehr zu wollen. Aber sie darf nicht überhand nehmen. Tut sie das, kommt schnell Frustration hoch, weil es einem nicht gelingt. So heißt es genau Balance nehmen. Viele Menschen haben mit denselben Problemen wie ich zu tun, sind nicht in ihrer Mitte und kämpfen täglich dahin. Auch bei mir war es so und Krankheit die Folge.

Bewusst Gehen

Der zweite Artikel der mich ansprach, war ein Beitrag von Christof Herrmann, der den Blog einfacherleben.de betreibt.

Er beschreibt im Beitrag, wie wichtig Gehen für unsere Gesundheit ist. Der Artikel ist schon über viereinhalb Jahre alt, hat aber von seiner Wichtigkeit nichts verloren. Für mich hat das "Gehen lernen" derzeit Vorrang vor allem.

Gehen ist gesund

Ich habe mir erlaubt, die Gründe dafür, von seinem Blog zu kopieren. Ich kann mich damit identifizieren.

  • Verhindert Krankheiten wie z. B. Herz-Kreislauferkrankung, Rückenschmerzen, Diabetes mellitus, Krebs, Arthrose, Osteoporose, Allergien und Depressionen.
  •  Heilt oder lindert diese Krankheiten.
  • Beugt Übergewicht vor bzw. hilft beim Abnehmen.
  • Steigert das Wohlbefinden und Selbstvertrauen.
  • Verbessert die Leistungsfähigkeit und Fitness.
  • Sorgt für einen guten Schlaf.
  • Hilft Geld zu sparen, da Auto und öffentliche Verkehrsmittel weniger benutzt werden.
  • Entlastet die Gesellschaft, da sie sich um weniger Kranke kümmern muss.
  • Trägt zum Umweltschutz bei, indem fast keine Ressourcen verbraucht und Emissionen verursacht werden.
  • Verringert den Lärm, denn schließlich ist das Gehen die leiseste Fortbewegungsart.

Verbesserte Gesundheit durch Gehen

Den Punkten kann ich mich nur anschließen. Jeder einzelne Punkt trifft auf mich zu und deswegen hat Gehen, aber auch Laufen, einen so hohen Stellenwert für mich. Da kommt aber auch die Ungeduld ein bisschen hervor. Ich kann noch nicht so viel, wie nötig wäre. Die WHO empfiehlt zum Beispiel 10.000 Schritte täglich, das entspricht etwa 6-7-Kilometer täglich. Für mich einmal die Woche möglich, täglich wäre unmöglich.

Beim Gehen versuche ich oft, die Strecke die ich schaffe, zu verlängern. Aber es geht halt nicht immer und die Tagesverfassung ist verschieden. Aber ich komme weiter wie vor einem Jahr und in einem Jahr komme ich weiter wie heute. Und irgendwann werde ich auch Laufen. Aber darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf. Denn es ist gut so wie es ist und wäre es das nicht, wäre es trotzdem so.

bewusst gehen

Gerade die letzten Jahre vor dem Hirnabszess war ich körperlich fit. Mehrere Stunden zu Laufen waren kein Problem. Trailrunning war meine große Leidenschaft. Das war von einem Tag zum Anderen vorbei. Fünf Monate im Bett liegen gingen nicht spurlos vorüber. Und das muss ich mir immer wieder bewusst machen und vor Augen halten. Das ich vor einem Jahr bei Null begonnen habe. Und Null heißt nicht nur zu Gehen, sondern die ganze Koordination des Körpers wieder lernen. Das braucht eben noch Zeit.

Das Laufen am Stand praktiziere ich übrigens noch. Es fühlt sich gut an und ich werde es einige Zeit beibehalten. Bevor ich mich dann vorwärts bewege, muss ich noch am Gehen feilen. Der rechte Fuß bleibt noch ab und zu am Boden hängen, auch am Asphalt. Das ist durch die Lähmungen hervorgerufen, die ja rechts bestanden. Das Heben der Fußschaufel gehört noch mehr automatisiert. Ein Sturz passiert zu leicht.

Blog empfehlen

Am Schluss möchte ich nicht verabsäumen, auf den Blog >diedanners.com< ,von Florian und Christina Danner hinzuweisen. Berichtet wird über den Familienalltag von Florian und Christina, sowie ihren Erlebnissen mit Theo (5) und Noah (18 Monate). Echt lesenswert. Wer ebenfalls Kinder hat, wird sich da und dort wiederfinden.

Viel Spaß mit dem Blog und auf in eine neue Woche,
euer

Jörg
 


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Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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