Nach sechs Wochen intensiver Rehab bin ich nun endlich wieder zu Hause. Es war eine tolle und lehrreiche Zeit für mich. Ich war jeden Tag voll motiviert das bestmögliche aus den Therapien herauszuholen. Die nächsten Wochen werden zeigen, was ich davon umsetzen kann. Es geht nämlich zurück zum Jakobsweg, von Astorga nach Santiago de Compostela.
Am Zimmer

Nach der Rehab Erholung (beim Gehen) finden

Ich brauche jetzt nach der Rehab dringend Erholung. Wo fände ich die besser, als am Jakobsweg. Zu Hause bin ich ja erst nur wieder konfrontiert mit dem Alltag, der meiner Genesung nicht förderlich ist. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, zum Jakobsweg zu fahren. Der Jakobsweg ist aber gleichzeitig Therapie.

Zur Zeit körperlich fertig

Nach der Reha bin ich jetzt einmal nur körperlich fertig. Wenn ich schaue, was sich getan hat, so ist das wertvollste das ich bekommen habe, dass ich Vertrauen in meine Fähigkeiten haben darf. Gerade in der Bewegung habe ich dieses Vertrauen nicht. In der Reha wurde aber versucht, es mir zu vermitteln.
Rehab

Komfortzone verlassen

Meine Komfortzone zu verlassen, bedeutet aber oft mehrere Tage Pause, um mich wieder zu erholen. Das für mich schönste Erlebnis war, dass ich seit März 2016 wieder zum Ersten mal gelaufen bin. Laufen natürlich mit Einschränkungen. Etwa 20 Meter bin ich 6 mal hin- und hergelaufen. Dazwischen immer mit Pausen, denn nach 20 Metern keuchte ich wie ein 100 Meter Läufer.
Mein Physiotherapeut brachte mir den Bewegungsablauf bei. Die körperlichen Defizite der Muskeln sind natürlich ein Hinderungsgrund. Es lässt sich nur sehr langsam Kraft aufbauen. Außerdem ist die Gefahr groß, schwindlig zu werden. Trotzdem wurde es ein besonderes Erlebnis, Laufen zumindest wieder zu versuchen.
Im Anschluss an diese 30 minütige Therapieeinheit, musste ich mit dem Lift zurück ins Zimmer fahren. Das war es aber wert. Es wird allerdings noch lange dauern, bis ich Laufen kann. Aber Zeit ist mittlerweile egal. Ich rechne mit 2 Jahren, bis ich wieder einigermaßen Laufen kann.
intensive Rehab

Auf zum Jakobsweg

Zunächst geht es aber zum Jakobsweg, wo ich vieles in der Reha gelerntes, umsetzen kann.
Es warten wieder viele Erlebnisse auf mich, denn dort muss ich immer wieder meine Komfortzone verlassen. Trotzdem bin ich in einer geschützten Umgebung. In manchen Dingen bin ich eben noch auf Hilfe angewiesen. So bekommt aber auch meine Familie ein bisschen Ruhepause.

„Auf der materiellen Ebene braucht man natürlich Zeit, um von hier nach dort zu gelangen, aber auf der psychischen Ebene existiert keine Zeit. Das ist eine ungeheuerliche Wahrheit, eine ungeheuer wichtige Tatsache, und wenn man sie entdeckt hat, hat man sich von allen Traditionen freigemacht.“

Jiddu Krshnamurti