Meine Ausrüstung am Jakobsweg

Die richtige Ausrüstung für den Jakobsweg zu finden, ist gleichzeitig Therapie für mich. Genau zu wissen, was ich brauche, erfordert ein Denken, welches mir eigentlich noch fehlt. Es muss alles bedacht sein, denn immerhin trage ich alles selbst.

Eines war für mich gleich klar. Das Gewicht spielt eine große Rolle, für mich noch mehr. Früher habe ich auch schon großen Wert auf das Gewicht gelegt, nach dem Hirnabszess bekam es aber eine größere Bedeutung.

Ausrüstung

Die Ausrüstung

Verschiedene Teile der Ausrüstung sind mir vorgegeben, denn ich habe sie noch aus meiner Zeit vom Trailrunning. Damals legte ich besonderen Wert auf das Gewicht, denn umso leichter, umso weniger zu tragen.

Die Packliste dient mir als Leitfaden für minimalistisches Wandern. Es kann natürlich das eine oder andere ergänzt oder weggelassen werden.

Das Gewicht

Ich muss bei jedem Stück das Gewicht beachten. Ich habe jetzt die Erfahrung von zwei Reisen, was sich gut bewährt hat und was nicht.

Die neurologischen Folgen des Hirnabszesses lassen mich das Gewicht eines Rucksackes viermal so schwer fühlen. Ein 5 kg Rucksack ist für mich so schwer wie ein Rucksack mit 20 Kilogramm. Jedes Gramm ist daher bedeutend.

Rucksack

Der wichtigste Teil, der Rucksack

Auf meinen bisherigen zwei Reisen am Camino Frances verwendete ich zwei verschiedene Rucksäcke. Beim Ersten mal verwendete ich einen neun Jahre alten Leichtrucksack. Es war einer der ersten auf dem Markt und ich kaufte ihn vor einer Bike und Hike Tour der Radzwillinge, vom Death Valley auf den Mt.Whitney.

Er wog 500 Gramm, hatte allerdings eine minimierte Rückenpolsterung und Gurte und fasste etwa 35 Liter. Ideal für den Jakobsweg, auf Dauer aber für meine Schwache Muskulatur nicht so gut.

Rucksack

Daher wechselte ich am zweiten Teil, der über die Berge führte, auf einen Lauf-Rucksack um. Er war mit 880 Gramm etwas schwerer, hatte aber wesentlich bessere Tragegurte und Verstaumöglichkeiten. Allerdings auch ein Fassungsvermögen von 40 Litern, was an für sich zuviel ist.

Nach meiner Rückkehr suchte ich nach einer leichten und kleineren Alternative. Bei einem Angebot konnte ich nicht widerstehen. Es ist die kleinere Variante des Peak 40, nämlich den Peak 30. Er wiegt nur 545 Gramm.

Da ich sowieso minimalistisch unterwegs bin, reicht das. Er hat das gleiche Gewicht wie mein 9 Jahre alter Rucksack, allerdings ein moderneres Rückensystem.

Die Hosen

Minimalistisch, leicht, klein verstaubar und schnell trocknend sind die Grundvoraussetzungen. Eine Wander-Hose ohne Gürtel bevorzuge ich, dazu für den Abend eine leichte lange Lauf-Hose. Die nehme ich im Falle eines Kälteeinbruchs auch für unter der Wanderhose.

Für sehr warme Tage verwende ich eine kurze Lauf-Short mit Inlet und Seitentaschen. Ergänzt wird es noch um zwei schnell trocknende Sport-Unterhosen und einer Regenhose. Alles bei einem Gesamtgewicht von 760 Gramm.

Jacken und Leibchen

Hier versuche ich viel Gewicht einzusparen, aber trotzdem gegen Regen geschützt zu sein.

Eine leichte GoreTex Jacke mit 250 Gramm soll gegen den Regen schützen. Eine Alternative wäre ein Regenschirm. Dazu eine leichte Fleecejacke mit 350 Gramm,. Im Fall von Kälte muss ich eben alles was ich habe anziehen.

Zwei Leibchen reichen, denn das Verschwitzte wird täglich gewaschen. Ich hatte beim Ersten mal drei Leibchen dabei, aber es stellte sich heraus, dass zwei vollauf genügen. Dazu noch ein langes Unterleibchen, für kühlere Tage zur Sicherheit.

Sollte was kaputt gehen oder es doch kälter als gedacht sein, so gibt es in jeder größeren Stadt die Möglichkeit etwas zu kaufen.

Leibchen und Hosen
Leibchen und Hosen

Schuhe und Socken

Die perfekten Schuhe sollte man nicht ändern. Mich haben bisher immer Speedcross begleitet. Trotzdem habe ich mich entschlossen, dieses mal etwas anderes zu nehmen. Ich habe mich für Hoka entschieden. Sehr leicht und mit einer hervorragenden Dämpfung. Damit sollte ich gut klar kommen.

Eigentlich wollte ich gerne Barfuß-Schuhe verwenden, aber meine Gelenke und Sehnen sind noch nicht so belastbar und die Gewöhnung daran dauert bei mir zu lange.

Für die Herbergen und als Reserve nehmen ich normale Crocks mit.

Als Socken nehme ich Wright Socks, mit ihnen habe ich das letzte mal hervorragende Erfahrung gemacht. Zwei Paar würden reichen, ich nehme aber ein drittes Paar als Reserve mit.

Socken und Schuhe wiegen zusammen 1.060 Gramm.

Schlafsack und sonstige Ausrüstung

Stirnlampe

Mein Altbewährter Schlafsack von Northland wird mich wieder begleiten. Aus Daune und nur 420 Gramm schwer, ist er auch für kühle Temperaturen geeignet. Dazu kommen Taschenmesser, Stirnlampe, Packbeutel und Regenhülle.

Macht zusammen627 Gramm.

Kulturbeutel

Kulturtasche

Zahnbürste, Zahnpasta und Seife. Ein Reisehandtuch, Kamm und besonders wichtig, Blasenpflaster. Einweg-Kontaktlinsen trage ich an besonders sonnigen Tagen, kombiniert mit einer guten Sonnenbrille. Ich bin sehr Lichtempfindlich seit dem Hirnabszess und möchte nicht darauf verzichten. Dazu kommen eine Soft-Flask Trinkflasche und Sonnencreme.

Mit weiteren Kleinteilen wie Duschgel und Rasierer komme ich auf ca. 500 Gramm.

Elektrisches Zeug und Dokumente

Ein Handy ist Plicht, allerdings mit limitierten Einschaltzeiten. Die Kompaktkamera Lumix DC-TZ91 nimmt einigermaßen gute Bilder auf. Dazu ein USB-Charger mit 2 bis 4 Anschlüssen und diverse Ladekabel.

Elektronisches Equipment

Da ich das nächste Mal mehr Schreiben möchte, überlege ich ein 6″ Handy oder ein Tablet mit Tastatur mitzunehmen. Ein kleines McBook Air 11″ oder ein Microsoft Surface wäre die Alternative. Zwar besser zum Schreiben, aber auch ein höheres Gewicht von 700 Gramm bis 1kg.

Schreiben

Wichtig ist der Pilgerausweis, ein Reiseführer und Reisepass und EC Karte.

Den Abschluss macht ein kleiner Stein, den ich in Finesterre oder Muxia ablegen werde.

Das Gesamtgewicht

Alles zusammen wiegt nicht ganz 6 Kilogramm.

Davon bleibt rund 4,5 Kilogramm im Rucksack zum Tragen über, den Rest trage ich am Körper. Dazu kommen noch Wasser und Verpflegung.