Meine Regulation kommt durcheinander. Unterwegssein im Pilgern oder auf einem Weitwanderweg bringt meine Regulation wieder in einen besseren Zustand.
Meine Regulation kommt durcheinander. Unterwegssein im Pilgern oder auf einem Weitwanderweg bringt meine Regulation wieder in einen besseren Zustand.
Zehn Jahre nach dem Hirnabszess beschreibt dieser Beitrag, was Regulation im Alltag für mich bedeutet. Es geht um den Umgang mit einem veränderten Körper, um Stabilität, um viele kleine dauerhafte Einschränkungen und darum, wie sich all das in ein funktionierendes Leben integrieren lässt.
Der Starrheit entfliehen, Schnee am Alto Plano.
Stillstand auszuhalten, ist schwer. Doch ich habe gelernt: Auch in den leisen Phasen geht es weiter. Warum Pausen kein Rückschritt sind, sondern mein Weg innerlich trägt.
Mein Anfang mit der Fotografie nach dem Hirnabszess Ich begann meine fotografische Reise 2016 nach dem Hirnabszess zunächst mit dem Smartphone. Es war leicht, handlich, und ich konnte damit viel Gewicht sparen. Auf meinen ersten Pilgerfahrten hatte ich allerdings immer eine kleine Kompaktkamera dabei, denn die damaligen Handys besaßen noch keinen guten Fotoapparat. So war […]
Manchmal ist der größte Fortschritt nicht der nächste Schritt, sondern das stille Anerkennen, dass der Weg gerade nicht weitergeht. Dieses Jahr war voll solcher Momente. Ich bin aufgebrochen. Und ich bin zurückgekehrt. Ich habe gehofft – und losgelassen.
10 Jahre nach dem Hirnabszess hat sich mein Leben von Grund auf verändert. Zehn Jahre, in denen ich vieles verloren und manches neu gelernt habe. Heute lebe ich mit Handicaps, die mich täglich begleiten. Aber ich habe auch entdeckt, dass sich darin neue Möglichkeiten öffnen können. Mein Leben ist seitdem ein ständiger Wechsel zwischen Einschränkung und Fortschritt, zwischen Übung und Alltag.
Nicht in Spanien, sondern hier zu Hause: Nach dem Abbruch des Camino Integrale gehe ich täglich 10.000–20.000 Schritte, trainiere Kraft und Balance – und entdecke, dass Heilung nicht im Stillstand liegt, sondern im Weitermachen.
Einige Tage sind jetzt seit meinem Abbruch vergangen, in denen ich Ursachenforschung betrieb. Es war kein dramatischer Moment, in dem alles plötzlich zu viel wurde. Eher ein langsames, inneres Leiser werden. Ein Ziehen und Zerren, im Körper und der Seele. Bis die Erkenntnis kam: Ich gehe nicht weiter.
Was vor Jahren als Neuanfang begann, ist heute eine Reise, die weit über das Gehen hinausgeht. Mein Camino Integrale führt mich von der eigenen Haustür bis nach Finisterre – 3.500 Kilometer zu Fuß, durch Städte, über Berge, hinein in die Stille. Dazwischen: zwei Etappen des HexaTrek – wild, fordernd, befreiend.