Wochenlang durch die Pyrenäen, meist im Zelt und mit möglichst wenig Gewicht am Rücken. Welche Ausrüstung hat sich wirklich bewährt? Meine Erfahrungen mit Rucksack, Zelt, Schlafsystem, Kleidung, Schuhen, Kochen und allem, was ich unterwegs brauchte.
Wochenlang durch die Pyrenäen, meist im Zelt und mit möglichst wenig Gewicht am Rücken. Welche Ausrüstung hat sich wirklich bewährt? Meine Erfahrungen mit Rucksack, Zelt, Schlafsystem, Kleidung, Schuhen, Kochen und allem, was ich unterwegs brauchte.
Die letzten 1.000 Kilometer meines HexaTreks führten durch die Pyrenäen bis zum Atlantik. Es waren die schwierigsten Wochen des gesamten Weges – nicht nur wegen der Höhenmeter, sondern weil mein Körper und mein Nervensystem dabei ständig neu gefordert waren. Ein Weg über Grenzen, Wahrnehmung und darüber, immer besser zu verstehen, wie ich heute funktioniere.
2026 setzte ich meinen HexaTrek in Carcassonne fort und ging Stage 5 durch die Pyrenäen. Rund 600 Kilometer, große Hitze, unzählige Höhenmeter und schwierige Wege forderten mich stärker als erwartet – körperlich, mental und mit all den neurologischen Einschränkungen, die mich seit meinem Hirnabszess begleiten. Ein Weg über Grenzen, alte Bilder und die Erkenntnis, dass oft nur der nächste Schritt zählt.
Warum zieht es manche Menschen immer wieder in den Wald? Nach meinem Hirnabszess spürte ich früh, wie gut mir die Natur tat. Heute verstehe ich besser, warum Wald und Nervensystem so eng zusammenhängen.
Nach über 700 Kilometern war Santiago nicht das Ende meines Weges. Ich ging weiter nach Muxía und Finisterre, blieb mehrere Tage am Meer und nahm mir erstmals bewusst Zeit für das Nichtstun. Dort begann ich zu verstehen, warum mir das Gehen so wichtig geworden ist und weshalb ich immer wieder aufbreche. Dieser Bericht erzählt von stillen Tagen am Atlantik, von neuen Entdeckungen, von der Neugierde auf das Leben und von Gedanken, die erst dann auftauchen, wenn man aufhört, immer nur weiterzugehen.
Nach über 370 Kilometern am Camino Norte begann in Oviedo endlich der Camino Primitivo. Was folgte, waren lange Tage durch Wälder und Berge, Regen, Nebel, stille Morgenstunden und die Suche nach dem eigenen Rhythmus. Ein persönlicher Bericht über das Gehen, die Einsamkeit und einen Weg, bei dem nicht Santiago das Wichtigste war, sondern das Unterwegssein selbst.
Warum irgendwohin fahren, um dann zu gehen – wenn man bereits dort ist? Aus einer spontanen Entscheidung wurde ein längerer Weg entlang des Camino Norte Richtung Oviedo, dem Beginn des Camino Peimitivo. Früh losgehen, viel Ruhe, lange Tage, Regen, Begegnungen und Schritt für Schritt hinein in den Rhythmus des Camino.
900 Kilometer zu Fuß. Camino Norte und vor allem Camino Primitivo. Zehn Jahre nach meinem Hirnabszess. Vielleicht ist dies kein gewöhnlicher Camino-Bericht. Denn ich möchte nicht erzählen, welche Herberge besonders schön war, wo das Essen am besten schmeckte oder welcher Ausblick mich am meisten beeindruckte. Natürlich gab es all das. Aber darum soll es hier nicht gehen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem ich jetzt stehe:
zu wissen, dass ich beides kann – mit Ziel gehen und ohne.
Ich war lange zu Hause und merke, wie es wieder enger wird.
Zu viel Denken, zu viel im Kopf.
Es ist Zeit, wieder loszugehen.
Der Camino Primitivo ist für mich kein Ziel, sondern der Weg zurück in einen Zustand, in dem alles einfacher wird.
Was man nach einem Hirnabszess nicht sieht Nach meinem Hirnabszess musste ich vieles neu lernen. Ein Hirnabszess ist vereinfacht gesagt eine Entzündung im Gehirn.Was das genau bedeutet, habe ich erst im Nachhinein wirklich verstanden. Die Folgen spüre ich bis heute. Gehen.Denken.Sprechen. Das klingt im ersten Moment greifbar. Aber das eigentliche Problem sieht man nicht. Ich […]