Reha-Training statt "Leben lernen", zu Corona Zeiten!

Seit dem ersten Lockdown vor bald einem Jahr, hat sich mein Training sehr verändert. Bis dahin war "Leben lernen" immer mehr im Vordergrund. Seit Corona kümmere ich mich vor allem um den körperlichen Fortschritt, darunter verstehe ich Reha-Training.

Für das "Leben lernen" habe ich kein Rezept für mich gefunden, denn mein Gehirn ist mit der Situation überfordert. Daher konzentrierte ich mich auf bekanntes, also weiter Gehen lernen und das therapeutische Tanzen, dass nur kurz durch die Lockdowns unterbrochen war.

Wo befinde ich mich?
Wo befinde ich mich???

Der mentale Aspekt

Es ging gar nicht anders, im Gesamten bin ich nach unten gerasselt. Daher wurde der mentale Aspekt sehr wichtig. Nicht hängenlassen und nicht aufgeben, trotz der so veränderten Situation. Mental musste ich das erst verkraften, denn es war nichts mehr wie zuvor.

Mit dem Camino Frances im Jänner/Februar vorigen Jahres, habe ich mir eine Ausgangsbasis geschaffen, die mir sehr über die erste Zeit geholfen hat. Vor allem Mental konnte ich lange davon zehren.

Camino als Reha-Training

Im Laufe des Jahres bekam der mentale Zustand eine immer wichtigere Position. Trotzdem blieb ich dabei, mich auf das körperliche zu konzentrieren. Die Wahrnehmung konnte ich verbessern, besonders durch das therapeutische Tanzen.

Eine unscharfe, einfach ausgesprochene Definition für mentale Stärke ist:

"Gut drauf sein, wenns drauf ankommt."

Manches musste ich ignorieren, oft auch verdrängen, wenn es mir nicht guttat. Deswegen, weil mir einfach in manchen Dingen die Energie fehlt, um mich damit zu befassen. Es ist mir wichtig die innere Freude zu behalten, denn es ist das um und auf für Heilung.

Diese innere Freude ist mir besonders im Reha-Gedanken wichtig. Denn nur wenn ich es mit Freude mache, habe ich etwas davon. Das ist wiederum mit einer mentalen Stärke einfacher zu machen. Denn das ich nach bald fünf Jahren noch immer mit Rehabilitation beschäftigt bin, hätte ich mir nicht im Traum vorstellen können.

Mental wurde es besonders schwierig, Ziele zu verfolgen. Ich konnte mich nur an bewährtes halten, besonders das Reha-Training.

Der Hirnabszess ist noch nicht vorbei

Dass die Folgen des Hirnabszesses noch nicht vorbei sind, wird mir manchmal bewusst gemacht. Manchmal muss ich aufpassen, es nicht zu übertreiben. Es ist dann eine Erschöpfung, die schnell auftritt. Es ist wie ein Hungerast beim Radfahren, nur dauert es länger.

In diesem besonderen Fall muss ich in die Horizontale und die Augen schließen. Meist folgt ein langer Schlaf von 10 bis 12 Stunden darauf. Es ist wichtig, diesen ersten Anzeichen zu folgen, denn beachte ich sie nicht, sind Doppelbilder die Folge und das braucht dann noch mehr Ruhe.

Das passiert mir selten, aber es passiert doch. Es ist ein herantasten an Grenzen, die ich immer weiter ausdehnen möchte. Da passiert es eben manchmal, dass ich an Grenzen anstoße.

Den Körper trainieren, Reha-Training

Wie schon gesagt, ich blieb beim Körper- oder Reha-Training. Den Hauptteil macht das Gehen aus. Flach, bergig, es ist alles dabei. Immer wieder bewusst langsam, versuche ich so den Körper zu stärken und das Gleichgewicht zu trainieren.

Dieses "langsam Gehen" trainiere ich seit Anfang letzten Jahres. Den Hinweis darauf bekam ich von einem laufenden Psychologen, der mir diese Technik empfahl. Am Camino Frances legte ich jeden Tag eine gewisse Strecke ein, um es zu trainieren. Das Gehirn muss mehr denken und die Muskeln werden stärker, um das Gleichgewicht halten zu können.

Ich arbeite hier entgegen der These, dass man anhand der Gehgeschwindigkeit, auf das biologische Alter Rückschlüsse ziehen kann. Bei mir geht es um das koordinative und muskuläre Trainieren und um den Bewegungsablauf. Mit besserer Kraft und Koordination geht man mit der Zeit automatisch schneller, was wieder der Gesundheit zugutekommt.

Langsames Gehen, Reha-Training
Langsames Gehen

Therapeutisches Tanzen

Das therapeutische Tanzen hat mich sicher vor größeren Schaden bewahrt. Es ist die beste aller Therapien, seit dem Hirnabszess und wenn ich es bewerten soll, so steht es an geteilter erster Stelle, zusammen mit Pilgern.

Ich habe so viel dabei erfahren, dass ich sogar mit ein bisschen Wehmut zum Pilgern gefahren bin. Vieles dort gelernte, konnte ich beim Pilgern umsetzen und in Summe brachten mir diese beiden am meisten. Deswegen bin ich auch traurig darüber, dass mir Pilgern in dieser Form für längere Zeit verwehrt bleibt.

Therapeutisches Tanzen als Reha-Training

Oberkörper und innere Stabilität trainieren

Damit habe ich so meine Schwierigkeiten. Im letzten Jahr gab es erstmals kein Fitnessstudio für mich (und auch für die meisten anderen), dieses Jahr wird es kaum anders.

Damit ist ein Training weggefallen, dass mir trotz der Muskelschwäche sehr geholfen hat. Alternatives Training machte ich im letzten Jahr kaum. So wie früher, als ich kleine Baumstämme im Wald zu heben begann. Damit verlor mein Rücken merklich an Stabilität, der sich mit Rückenschmerzen bemerkbar machte.

Erst das Langlaufen machte es wieder besser. Ich hatte Gelegenheit, immer wieder mit einem Freund auf die Teichalm mitzufahren. Bisher mache ich nur Skaten, aber es wäre zu überlegen, auch Klassisch auszuüben.

Beim Skaten fällt die Muskelschwäche besonders auf. Alle hundert bis zweihundert Meter brauche ich eine Pause. Nach mittlerweile sechsmal Langlaufen, bemerke ich aber eine Verbesserung der inneren Stabilität. Das unterstütze ich zu Hause noch mit diversen Kräftigungsübungen, um den Rückenschmerzen zu entkomme.

Langlaufen auf der Teichalm

Mein Problem ist nach wie vor, dass ich so viel trainieren müsste, um Verbesserungen zu erzielen. Es geht aber nicht alles und so komme ich nur Schritt für Schritt voran. Es sind nach wie vor so viele Baustellen zu beachten, die ich nur nach und nach (hoffentlich) beheben kann.

Geh-ABC

Natürlich darf bei der Bewegung auch nicht das Geh-ABC fehlen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich es das erste Mal machte. Danach war ich für Wochen zerstört, da es mein Körpersystem so durcheinander geworfen hat.

Alle Übungen mit Springen, mache ich sehr vorsichtig. Ich möchte nicht riskieren, wieder für Wochen außer Gefecht zu sein. Die Übungen tun wirklich gut, aber ich darf es nur vorsichtig steigern. Sprungübungen behandle ich nur vorsichtig. Wenige Male Springen kann das Maximum bedeuten, dass der Tag vorbei ist.

Dazu kann ich das nur bei einigermaßen moderaten Temperaturen machen. Ist es zu kalt, fange ich erst gleich nicht an damit. Es ist sowieso ein Training Tag für Tag. Die gleichen Muskelgruppen gleiche mehrere Tage hintereinander zu trainieren ist sowieso fast nicht möglich.

Geh-ABC, Reha-Training
Geh-ABC

"Leben lernen", in den Öffis

Als einfachste Aufgaben bekam ich 2019 den Auftrag, ins Kino oder Museum zu gehen. Dazu mit der Straßenbahn fahren zu lernen und etwas zu unternehmen, ohne etwas damit zu bezwecken. Besonders das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, war für mich Therapie.

Dazu kam etwas Belastendes, ich kann in Öffis nicht stehen und brauche unbedingt einen Sitzplatz, um nicht umzufallen. Das Belastende war aber, niemand konnte es mir ansehen, dass es so war und erklären konnte ich es in der kurzen Zeit nicht. Es war ein immerwährender Kampf darum, einen Sitzplatz zu bekommen. Nicht einmal bin ich an der Haltestelle stehen geblieben, weil keine Aussicht auf einen Sitz war.

Saß ich endlich, begann der nächste Kampf. Mein Körper musste den Fliehkräften standhalten. Was für andere Menschen kein oder kaum Problem ist, wurde für mich zur Mammutaufgabe. In mich verschränkt und abstützend, versuchte ich dem Gewackel entgegenzuhalten.

Jede Fahrt kostete mir alle Energie und es war mir fast unmöglich, keine Therapie darin zu sehen. Es war wie Krafttraining. Es wurde zwar nur wenig besser, aber ich lernte immer öfter etwas zu unternehmen.

Mit Corona fand das ein Ende. Seit bald einem Jahr bin ich nicht mehr mit dem Zug nach Graz gefahren oder war mit dem Bus unterwegs. Ich habe indes begonnen, mich voll und ganz auf die Natur zu konzentrieren, frei nach dem Motto von Hippokrates, "Die Natur sei deine Medizin".

Reha-Therapie in der Natur

Stretching und Gymnastik

Stretching gehört dringend dazu. Letztes Jahr war ich noch nachlässig, aber seit einiger Zeit gehört es zu meinem Tagesablauf dazu. Einige Übungen gehören zu meinem täglichen Pflichtprogramm.

Das 2020er Jahr hat mir viel gekostet, aber ich bin jetzt motiviert, alles dafür zu geben, wieder anschließen zu können, wo ich bereits war und besser zu werden. Ich möchte mein Ziel der 50 % erreichen, denn dann können mich Rückschläge nicht mehr so hart treffen.

Stretching und Gymnastik gehören da dazu, sie sind ein wichtiger Baustein zur Verbesserung. Mit Stretching geht es sich einfach besser.

Stretching im Reha-Training
Stretching im Reha-Training

Gehen als Reha-Training

Gehen lernen ist nach wie vor meine Hauptaufgabe und gerade im Lockdown, eine nach wie vor geliebte Tätigkeit. Manchmal gehe ich ohne Grund, einfach nur um des Gehens willen. Meistens nehme ich mir aber etwas vor. Dann gehe ich besonders langsam, achte auf die Technik oder übe mich im automatischen Gehen.

Besonders in der Automatik habe ich in den letzten Wochen sehr viel geübt. Ich bekomme immer wieder die Rückmeldung, dass man mir beim Gehen nichts ansieht. Das ist zwar schön, aber niemand versteht, was dazu überhaupt nötig ist. Mit jemanden zu sprechen, in schwierigem Terrain, funktioniert immer besser. Es ist aber noch zu viel Konzentration nötig, die mir in Summe zu viel Energie abverlangt.

Gehen im Steilhang,
Reha-Training

Darum heißt es weiter üben, weiter üben und weiter üben. Zeit darf mittlerweile keine Rolle mehr spielen, denn mit einer baldigen Normalisierung habe ich mich abgefunden. Es dauert so lange, wie es dauert.

Fazit

Als Fazit kommt heraus, dass ich noch einige Zeit brauchen werde, um dort wieder hinzukommen, wo ich nach dem Camino war. Corona und der Lockdown hat mir doch mehr gekostet als gedacht. Besonders das Gedächtnis und die Konzentration hat darunter gelitten. Reha-Training musste herhalten, etwas anderes hätte ich im Gehirn nicht geschafft.

Genauso die Kondition und noch vieles mehr. Ich fühle mich zwar einigermaßen gut, muss aber akzeptieren, dass ich im Gesamtzustand trotzdem viel verloren habe. Ich brauche lange, um mich auf neue Dinge umzustellen. Erst die letzten Wochen habe ich wieder mehr zielgerichtetes Denken bekommen, selbst aktiv etwas zu erreichen.

2020 war es eher ein Halten des Zustandes, mehr war einfach nicht drinnen. Die Ungewissheit war zudem ein nicht zu unterschätzender Faktor, nichts konnte geplant werden und das warf mich weit zurück.

Für heuer habe ich bereits einige Pläne, aber ob ich sie verwirklichen kann, steht in den Sternen. Das "Leben lernen" habe ich in der alten Form abgeschrieben und noch keinen Ersatz dafür gefunden. Ich kann nur versuchen, viele therapeutische Ansätze nicht als solche zu sehen und manches zu machen, weil ich es mache und nicht, weil ich ein therapeutisches Ziel erreichen möchte.

Reha-Training

So wird auch dieses Jahr eine Herausforderung, besonders im mentalen Bereich, Reha-Training wird auch weiterhin eine große Rolle spielen. Denn das Leben lernen spielt sich großteils im Kopf ab. Ob und wie ich es hinbringe, wir werden sehen!


Wie ich "Klettern als Therapie", für mehr Stabilität verwende!

"Klettern als Therapie" verwende ich schon länger zur Stabilisierung meines Körpers. Die Muskelschwäche hat sich kaum gebessert, aber es hilft mir zu mehr Stabilität im Körper.

Mit weiteren Körperübungen versuche ich es zu verbessern, aber das Klettern im Freien tut auch dem Kopf gut. Es spürt sich nicht an, wie Therapie. Das ist wichtig, denn Freude und Spaß sind die wichtigsten Eckpfeiler meiner Rehabilitation.

Klettern als Therapie in der Zigeunerhöhle

"Klettern als Therapie"

Klettern ist vielleicht übertrieben gesagt. Ich steige noch immer knapp über dem Boden hin und her. Es ist keine so große Überwindung mehr wie am Anfang, trotzdem muss ich aufpassen. Einen Fehltritt oder -griff kann und möchte ich mir nicht leisten. Schwindel kann jederzeit auftreten, da bin ich noch übervorsichtig.

Ich bleibe noch immer maximal einen halben Meter über dem Boden, in manchen Momenten auch etwas höher. Absetzen sollte überall möglich sein. Ich halte mich immer in einem sicheren Bereich auf, meine Reaktionszeit ist nämlich noch zu schlecht.

Als ich vor etwa drei Jahren am oberen Ende einer Treppe stürzte, rutschte ich liegend langsam über die Stufen nach unten, ohne zu reagieren. Erst nach einigen Sekunden, ich war schon unten, folgte mein Gehirn mit den Gedanken dazu.

Unter anderem kann ich deswegen noch nicht laufen. Die Bewegung ist zu schnell, ich kann es noch nicht denken. Stürze ich beim Gehen, kann ich erst reagieren, wenn ich schon lange liege. Ein eigenartiges Gefühl, alles läuft in Zeitlupe ab, aber das Denken ist verhindert.

Klettern als Therapie

Das Zigeunerloch

Im Zigeunerloch kann ich auch bei Regen oder Schnee trainieren, denn der Höhleneingang schützt vor Nässe. Imposant sind die Felswände rings um einen. Oft stelle ich mir vor, wie ich nach oben klettere. Es ist schon ein Ziel von mir, eine leichte Kletterei am Seil gehen zu können.

Es ist ein kraftvoller Ort, wo es auch schön ist, nur zu sitzen und die Gegend rundum aufzunehmen. Fühle ich mich nicht gut zum Klettern, dann setze ich mich hin und beobachte die Natur. So habe ich immer etwas davon.

Das Zigeunerloch ist die einzige Möglichkeit, zu Fuß eine Möglichkeit zum Klettern zu erreichen, vor allem im Winter.

Klettern als Therapie im Zigeunerloch

Hände und Arme

Die Arme zeigen mir mein Limit schnell auf. Auch die Technik muss ich noch besser lernen. Es ist wie gehen lernen, noch gelange ich zu schnell an meine Grenzen. Besonders die Fingerkraft fehlt mir. Nach 15 Minuten bin ich am Ende, weil die Finger und Handgelenke nicht mehr mitmachen.

Zu Hause trainiere ich immer wieder die Finger mit Finger-Trainingsgeräten. Fortschritt stellt sich nur bedingt ein, denn auch beim Schreiben mit der Hand bin ich noch kaum weiter gekommen.

Aber ich bleibe dran, denn auch kleinste Verbesserungen bringen Lebensqualität und so ist es auch mit dem Klettern. Viele kleine Dinge, die ich mache, ergeben das Große.

Koordination

Ein weiterer wichtiger Punkt ist neben der Stabilität, die Koordination und das Wahrnehmen für den Abstand. Ich lerne, mich besser zu bewegen. Gehirn und Körper werde besser gleichgeschaltet.

Mehr als 30 Sekunden am Stück ist es mir noch nicht möglich, mich im Fels zu halten. Diese Zeit auszubauen ist mein Ziel. Intuitiv und Automatisch zu klettern, wird mir auch beim automatischen Gehen helfen. Nächstes Jahr werde ich dann hoffentlich auch in die Senkrechte klettern können.

Stabilität

Ich versuche durch die Wand zu gehen. Dabei ist es notwendig, mich immer wieder zu verschränken und zu verbiegen. Klettern ist überhaupt ein Training, welches alle Muskelgruppen erreicht. Kraft aufbauen ist mir ja leider nicht leicht möglich, also muss ich alles tun, was die Funktion der Muskeln unterstützt.

Radfahren hat mir für mehr Stabilität sehr geholfen. Es geht aber nur sehr langsam voran, wie alles. Dranbleiben ist einfach alles. Dieses dranbleiben habe ich durch den Sport gelernt. Ich hätte mich auch nach zwei Jahren hinsetzen können und zufrieden sein können.

Das wollte ich aber nicht, mich hinsetzen. Da kam mir immer wieder in den Sinn, als mein Freund Harry einmal sagte:

"ZUFRIEDEN heißt: Deckel ZU und FRIEDE! Das macht man als Toter im Sarg am Friedhof."

Also mache ich weiter, denn jeder kleinste Fortschritt bringt mir Lebensqualität, mehr und mehr. Gerade die Stabilität bringt mir viel, daher trainiere und übe ich auch jeden Tag.

Lockdown

Dieses Mal bin ich besser darauf vorbereitet. Der erste Lockdown hat nicht nur mich kalt erwischt. Auf diese Erfahrungen kann ich jetzt aber aufbauen, obwohl das Denken dazu noch schwierig ist. Wichtig wird es sein, dass ich mir Freude und Spaß erhalte, denn damit komme ich besser über den Winter.

Das "Klettern als Therapie" wird ein Baustein unter vielen sein, die ich auch im Lockdown ausüben werde. Wie ich mit dem Rest klarkomme, werde ich erst sehen.

Am meisten hat mich getroffen, dass kein "Leben lernen" im Lockdown möglich ist, deswegen stürze ich mich wieder in Therapie und Rehabilitation. Es lenkt mich ab und hilft mir, Halt zu finden.

Rast am "Kletter-Hotspot" Zigeunerhöhle, beim Klettern als Therapie

Spazieren und Wandern

Mit dem "Klettern als Therapie" ist immer ein längerer Spaziergang verbunden, denn das Gehen muss ich noch immer üben. Der Aufenthalt in der Natur und auf den Wanderwegen rund um meine Heimat, hilft mir sehr und in Corona-Zeiten noch mehr.

Judendorf

Ich versuche mich auch im Nachtwandern, da es schon ab 17 Uhr finster ist. Dabei kommen immer wieder tolle Bilder heraus, was mich geistig fordert und mein Denken schult. Diese Fotos habe ich unter Mithilfe meines Sohnes Noah gemacht. Es war ein toller Spaziergang durch die Finsternis.

Den Lockdown und die Winterzeit werde ich in jeden Fall dazu benützen, gezielt Kraft, Stabilität und Ausdauer zu trainieren.


Klettern als Therapie, nach dem Hirnabszess!

Die herbstliche Jahreszeit bedeutete für mich in den letzten Jahren immer Therapie und auch dieses Jahr ist es nicht anders. Klettern ist eine davon, welche ich jetzt wieder vermehrt machen werde, diesmal aber für die Gehirnleistung.

Bisher war der Grund meine Sprunggelenke und Finger zu stärken, jetzt steht aber mein Gehirn an vorderster Stelle. Dass Klettern dem Gehirn guttut, ist ja nicht neues. Überhaupt sind alle Übungen gut, wo Körper und Geist verschränkt wird. 

Klettern als Therapie

Klettern habe ich vor fast zwei Jahren für mich entdeckt. Zunächst in einer Kletterhalle, später am echten Fels. In der Halle hatte ich den Vorteil, mich an den künstlichen Griffen festhalten zu können. Es gibt farbliche Unterschiede, je nach Schwierigkeitsgrad. Das machte es leichter für mich, denn die leichtesten Griffe machten es mir möglich zu klettern.

Das Greifen ist nach wie vor eine Herausforderung, besonders jetzt im echten Fels, denn da ist ein anderes Zupacken notwendig. Für die Sprunggelenke ist es eine noch größere Herausforderung, denn durch die Muskelschwäche sind die Muskeln schwer zu trainieren. So habe ich meine Bänder und Sehnen zu stärken und wenn Möglich, die Muskeln dazu.

"Klettern" ist vielleicht übertrieben gesagt, denn ich bewege mich noch immer einen Schritthoch über dem Boden, von rechts nach links und zurück. Es ist eine gute Übung für das Vertrauen und manchmal wünsche ich mir, nach oben zu klettern.

Klettern als Therapie

 Das Arbeitsgedächtnis

Wir benötigen das Arbeitsgedächtnis, wenn wir zum Beispiel einen Satz lesen. Es erlaubt uns, kurzfristig Information zu speichern und zu verarbeiten, sowie Lesen, Lernen oder logisches Denken. Das Arbeitsgedächtnis ist eine Art Kurzzeitgedächtnis.

Es erlaubt uns, sich an ein Gespräch zu erinnern und darauf zu antworten. Gerade das fällt mir oft schwer und darum unterhalte ich mich nicht so gerne oder mit mehreren Personen.

Was gar nicht bei mir funktioniert, ist gleichzeitig mehr zu machen. Es geht wirklich nur eines nach dem anderen. Telefonieren und nebenbei Zutaten für ein Essen herrichten, geht gar nicht. Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis haben sehr unter dem Hirnabszess gelitten, bzw. existieren fast nicht mehr.

Gehirn und Bewegung

Bewegung für das Gehirn

"Zeit für Aktivitäten, die für uns schwer vorhersehbar sind, und uns dazu zwingen, unsere Bewegungen anzupassen, können unser Gedächtnis stärken."

Dr. Ross Alloway

Während dem Klettern muss der Körper das Arbeitsgedächtnis konstant nutzen und dieser Effekt bleibt auch nach dem Training erhalten. Es wird spannend zu sehen sein, ob es bei mir hilft. Regelmäßiges Klettern allerdings vorausgesetzt.

Klettern und das Gehirn

Das Zigeunerloch

Wie schon öfter, bin ich im Zigeunerloch unterwegs. Den Höhleneingang bildet ein Felsen, der zahlreiche Kletterrouten beinhaltet. Dort kann ich auch vor Regen und Schnee geschützt klettern. Entlang am Boden und nur Schritthoch, turne ich umher.

Klettern im Zigeunerloch

Länger als 30 Minuten mit Pausen schaffe ich aber noch nicht, besonders die Finger sind schnell am Ende. Denn es ist zwar für das Gehirn, aber der Körper macht noch nicht mit. Die Muskelschwäche verhindert noch längeres Klettern.

Dass ich mit dem Radfahren und Gehen nun eine dritte Alternative habe, tut mir gut. Denn dieselbe Belastung an zwei aneinander folgenden Tagen ist oft nicht Zielführend. So bekomme ich jetzt mehr Abwechslung.

Ich hoffe bald länger beim Klettern durchzuhalten, um mein Gehirn richtig stimulieren zu können!


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Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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