Physiotherapie und Gang-ABC im Park

26. April 2019
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2 Minuten Lesezeit

Seit zwei Monaten unterziehe ich mich einer Ergo- und Physiotherapie, mit Gang-ABC. Ziel ist es, meinen Körper zu kräftigen und stabilisieren. Der Hirnabszess und seine Auswirkungen auf die Nerven lässt mich nur langsam weiterkommen.

Die wöchentlichen Einheiten haben den Vorteil, dass ich Zeit habe mich zu verbessern habe und mein Bewegungsablauf kontrolliert werden kann. So stehe ich unter Beobachtung und es kann auf Veränderungen über einen längeren Zeitraum reagiert werden.

Gang-ABC

Gang-ABC

Das Gang-ABC ist sehr anstrengend. Das Gleichgewicht bereitet mir immer wieder Schwierigkeiten und ich gehe an die Grenze.

Die Koordination ist besonders wichtig und erfordert meine ganze Aufmerksamkeit. Manche Übungen sind so anspruchsvoll, das ich mit dem Denken kaum nachkomme. Meine Physiotherapeutin führt mich aber genau richtig dosiert heran und nicht nachdenken ist oft besser.

Das Ziel soll ja sein, wieder einen vermehrten Automatismus in meinen Bewegungsablauf zu bringen. Noch funktioniert aber nichts ohne Denken.

Gang-ABC

Geduld ist erforderlich

Geduld, Geduld und nochmals Geduld ist erforderlich. Dessen muss ich mir nach wie vor bewusst sein. Was nicht leicht ist, denn der betroffene Thalamus ist das Tor zum Bewusstsein.

Es heißt einen Weg für mich finden, der es mich verstehen lässt, damit umzugehen. Ich bin manchmal ganz verwirrt über das, was ich denken soll und muss.

Eigentlich ist das Ziel nicht zu denken und widerspricht dem, eben auch wieder Denken zu lernen. Dabei den Mittelweg zu finden, ist für mich noch schwer.

Den Nerven Zeit lassen

Es sind jetzt drei Jahre seit dem Hirnabszess vergangen und noch immer soll ich mir Zeit lassen. Das ist schwer in den Kopf zu bekommen, auch jetzt noch. Als Sportler war ich gewohnt, mit einem bestimmten Aufwand, in einer bestimmten Zeit, etwas zu erreichen. Das gilt jetzt nicht mehr.

Das ist jetzt ist so fern von allem. Als ob keine Regeln mehr Gültigkeit haben. Oft muss ich darüber lachen, denn anders wäre es nicht zu verkraften. Und das kann ich zum Glück, besonders wenn ich wieder besonders tollpatschig war.

Hirnabszess

Der Batteriehase

Ich bin wie der Batteriehase aus der Werbung. Nach so einer intensiven Einheit wie der Physiotherapie, bleibe ich ähnlich dem Hasen einfach stehen. Dann geht gar nichts mehr.

Batterie
Over and out

Es war ein herrlicher Tag und ich wollte nach der Therapie noch ins Cafe, um den Tag und die Wärme auszukosten. Vorher wollte ich mich noch kurz Zuhause hinlegen. Diese Ruhepause dauerte allerdings bis zum nächsten Tag. Ich war nicht in der Lage aufzustehen.

So ist mein Alltag noch immer bestimmt von meinem körperlichen Zustand. Deswegen passe ich auf, was ich mache. Denn meine Zeit ist noch immer begrenzt. Es soll und darf nicht alle Zeit für Therapie draufgehen. Ich habe auch wieder Leben zu lernen. Das ist aber nicht einfach, wenn der Körper so begrenzt ist.

Aber es macht noch Spaß und Freude, an mir zu arbeiten und ich darf dabei nur nicht auf das Leben vergessen.


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2 comments on “Physiotherapie und Gang-ABC im Park”

  1. Hallo Jörg,
    Bin gestern als ich auf der suche nach einer kleinen Wanderung war, auf deine Webseite gestossen. Haben dann übrigens die Wanderung in Peggau gemacht...es war unglaublich schön.
    Wollte dir meinen Respekt aussprechen...unglaublich was du leistest. Bin diesen Sommer aus meinem „normalen „ Leben gerissen worden...Eierstockkrebs...2Operationen ..jetzt mitten in der Chemotherapie...
    Kraft tanke ich in der Natur ...das gehen...der Wald..die Farben...😍
    Werd deinen Blog jetzt verfolgen.
    Alles liebe Klaudia Kreinz

    1. Hallo Klaudia,
      freut mich das dir die Wanderung in Peggau gefallen hat. Es ist dort für mich seit vielen Jahren ein Kraftort, besonders der Wasserfall, der leider gesperrt werden musste.
      Kraft aus der Natur holen, ist gerade in der Chemotherapie eine tolle Möglichkeit. Nutze diese so oft wie möglich, denn in der Natur finden wir die beste Unterstützung zum Heil werden. Ich bin seit 4 Jahren jeden Tag im Wald, Stichwort Waldbaden, was ja in den letzten Jahren modern geworden ist (z.B. werden auch "Killerzellen" gegen Krebs angeregt).
      Gehen als Medizin, wurde auch für mich die wichtigste Therapie.
      Für deine Zeit der Chemotherapie wünsche ich dir alles Gute, viel Kraft und viel Freude und Glücklichsein in der Natur (die beiden wichtigsten Bausteine fürs Gesund werden).
      Lass mal wieder hören von dir, wie es dir so ergeht.
      Liebe Grüße
      Jörg

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Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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