72. "Nichts denken", am Jakobsweg

3. August 2018
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2 Minuten Lesezeit

Der Jakobsweg hatte für mich eine vielfältige Funktion. Er zeigte mir die Wichtigkeiten des Lebens als Metapher am Weg. Besonders das Denken nahm eine besondere Rolle ein.

Ich liebte es früh aufzustehen und den erwachenden Morgen am Weg zu erleben. Immer wieder fand sich ein neues Farbenspiel in meinem Rücken wieder.

Morgenstimmung am Jakobsweg
Morgenstimmung am Jakobsweg

Nichts denken am Weg

Das schönste was ich vom Jakobsweg an Erfahrung mitbringen durfte, war mehr über das Denken zu erfahren.

"Es ist ein sehr tiefer und schöner Zustand des Glücks, wenn wir nicht mehr denken können, weil wir so sehr das Leben genießen, das in uns fliest."

Hans Kruppa
denken
Jakobus

Diesen Spruch fand ich in einem alten, vergilbten Buch mit Gedichten von Hans Kruppa. Es lag in einer Herberge und ich schrieb mir verschiedene daraus ab.

Er hat mich deswegen so angesprochen, weil ich am Jakobsweg nicht denken brauchte und mich ganz dem Gehen widmen konnte. Die letzten zweieinhalb Jahre waren oft sehr schwierig für mich, da mir das Denken besonders viel Anstrengung abverlangte.

Vielleicht konnte ich am Weg deswegen nicht denken, nicht weil ich es nicht kann, sondern weil ich in der Zeit des Gehens so glücklich war, dieses Leben so genießen konnte und nach langer Zeit wieder einmal im Fluss war. Ich wurde durch nichts abgelenkt.

Daher stieg die Gehleistung auch gleich an, weil ich viel Energie sparte. Das war schön zu beobachten und zu erleben.

Stadt - Land

Draußen am Land fühlte ich mich wohl. Wie auch in meiner Heimat rund um Graz, stressen mich besonders die Städte. Ich hielt mich unterwegs nie lange auf und zog die Einsamkeit der Natur vor.

In Städten und Dörfern
gelbe Pfeile
gelbe Pfeile
Duftstrasse

In den Städten, aber auch Dörfern, zeigten einem meist die gelben Pfeile den Weg. So fand ich auch durch die größeren Städte recht schnell wieder hinaus.

Draußen unterwegs zu sein, war mit nichts zu vergleichen. Dort lebte ich auf.
Da ich zur Zeit auf Reha bin, kann ich nur eingeschränkt schreiben. Demnächst also wieder mehr und ausführlicher. Besonders meine Erkenntnisse vom Camino France möchte ich mit Euch teilen.


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Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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