Vor dem Pilgern musste ich Gehen lernen. Das Gehen hat eine enorme Bedeutung für mich, denn es beeinflusst auch mein Denken, meine Gefühle und Emotionen.
Vor dem Pilgern musste ich Gehen lernen. Das Gehen hat eine enorme Bedeutung für mich, denn es beeinflusst auch mein Denken, meine Gefühle und Emotionen.
Pilgern und Zelten, diese Herausforderung habe ich bisher gemieden oder musste ich zwangsweise meiden. Der Grund bisher immer nach Spanien zu fahren war der, dass ich dort eine bessere Infrastruktur vorfand, die meiner Rehabilitation zugute kam.
Die Rehabilitation hat mich wieder eingeholt oder besser gesagt, ich habe mich bewusst dafür entschieden. Durch das Erlernen von Radfahren, möchte ich meine Wahrnehmung verbessern und die Muskelschwäche besser in den Griff bekommen.
Beim Wings for Life World Run 2020 nehme ich erstmals teil – gehend statt laufend. Die 4,71 Kilometer werden für mich zu einem Motivationsschub nach dem ersten Corona-Lockdown. Ich erzähle, warum Gehen für mich keine Selbstverständlichkeit ist und wie ich versuche, wieder Struktur und neue Ziele in meinen Alltag zu bringen.
Am 27. März 2020 feiere ich meinen vierten Geburtstag nach dem Hirnabszess. Ich blicke zurück auf die Zeit im Krankenhaus, meine Rehabilitation, die ersten Schritte und meine Jakobswege. Vier Jahre voller Veränderungen, neuer Möglichkeiten und bleibender Herausforderungen. Warum dieser Tag für mich ein zweiter Geburtstag ist.
Im März 2020 pilgere ich mit Alexander Rüdiger auf dem Wiener Wallfahrerweg von Kaltenleutgeben nach Mariazell. Während wir durch die Natur gehen, verändert die beginnende Corona-Krise das Leben in Österreich. Für mich bedeutet das eine besondere Herausforderung: Nach meinem Hirnabszess versuche ich gerade, wieder mehr soziale Nähe zuzulassen.
Nach meinem Winter-Camino 2020 geht es über Paris zurück nach Österreich. Die Pilgerreise ist zu Ende, die Heimreise beginnt. Ein persönlicher Bericht über die Rückkehr vom Jakobsweg und das Ankommen zu Hause.
Was hat mir der Camino Francés im Winter 2020 gebracht? Ich blicke zurück auf Fortschritte beim Gehen, neue Erfahrungen mit Sprache und Kreativität und die weiterhin bestehenden Herausforderungen nach meinem Hirnabszess. Ein persönlicher Rückblick auf das Unterwegssein als Teil meiner Rehabilitation.
Mein Winter-Camino 2020 in Bildern: Von Saint-Jean-Pied-de-Port über die Pyrenäen, Pamplona, Burgos und die Meseta bis nach Santiago de Compostela. Eine fotografische Rückschau auf meinen Jakobsweg im Winter, mit überraschend mildem Wetter und vielen besonderen Eindrücken.
Nach 450 Kilometern auf dem winterlichen Camino Francés spüre ich vor allem eines: Dankbarkeit, wieder gehen zu können. Erinnerungen an meine Krankenhauszeit, persönliche Verluste und neue Lebensfreude begleiten mich auf diesem Weg. Warum Glücklichsein und Trauer für mich kein Widerspruch sind.