Warum zieht es manche Menschen immer wieder in den Wald? Nach meinem Hirnabszess spürte ich früh, wie gut mir die Natur tat. Heute verstehe ich besser, warum Wald und Nervensystem so eng zusammenhängen.
Warum zieht es manche Menschen immer wieder in den Wald? Nach meinem Hirnabszess spürte ich früh, wie gut mir die Natur tat. Heute verstehe ich besser, warum Wald und Nervensystem so eng zusammenhängen.
Nach über 700 Kilometern war Santiago nicht das Ende meines Weges. Ich ging weiter nach Muxía und Finisterre, blieb mehrere Tage am Meer und nahm mir erstmals bewusst Zeit für das Nichtstun. Dort begann ich zu verstehen, warum mir das Gehen so wichtig geworden ist und weshalb ich immer wieder aufbreche. Dieser Bericht erzählt von stillen Tagen am Atlantik, von neuen Entdeckungen, von der Neugierde auf das Leben und von Gedanken, die erst dann auftauchen, wenn man aufhört, immer nur weiterzugehen.
900 Kilometer zu Fuß. Camino Norte und vor allem Camino Primitivo. Zehn Jahre nach meinem Hirnabszess. Vielleicht ist dies kein gewöhnlicher Camino-Bericht. Denn ich möchte nicht erzählen, welche Herberge besonders schön war, wo das Essen am besten schmeckte oder welcher Ausblick mich am meisten beeindruckte. Natürlich gab es all das. Aber darum soll es hier nicht gehen.
Zehn Jahre sind seit meinem Hirnabszess vergangen. Mein Leben wurde am 27. März 2016 unterbrochen. Allerdings bekam ich die Chance, ein zweites Leben zu beginnen. Es ist weitergegangen, aber anders als zuvor.
„Folge dem, was dich lebendig macht. Und was dir Freude bereitet.“
Dieser Satz begleitet mich seit vielen Jahren. Vielleicht ist er die Essenz aus zehn Jahren Gehen, Üben, Wiederholen – und wieder Aufstehen. Zehn Jahre, in denen ich lernen durfte, was Lebensqualität wirklich bedeutet.
Zehn Jahre nach dem Hirnabszess beschreibt dieser Beitrag, was Regulation im Alltag für mich bedeutet. Es geht um den Umgang mit einem veränderten Körper, um Stabilität, um viele kleine dauerhafte Einschränkungen und darum, wie sich all das in ein funktionierendes Leben integrieren lässt.
Der Starrheit entfliehen, Schnee am Alto Plano.
Stillstand auszuhalten, ist schwer. Doch ich habe gelernt: Auch in den leisen Phasen geht es weiter. Warum Pausen kein Rückschritt sind, sondern mein Weg innerlich trägt.
Mein Anfang mit der Fotografie nach dem Hirnabszess Ich begann meine fotografische Reise 2016 nach dem Hirnabszess zunächst mit dem Smartphone. Es war leicht, handlich, und ich konnte damit viel Gewicht sparen. Auf meinen ersten Pilgerfahrten hatte ich allerdings immer eine kleine Kompaktkamera dabei, denn die damaligen Handys besaßen noch keinen guten Fotoapparat. So war […]
10 Jahre nach dem Hirnabszess hat sich mein Leben von Grund auf verändert. Zehn Jahre, in denen ich vieles verloren und manches neu gelernt habe. Heute lebe ich mit Handicaps, die mich täglich begleiten. Aber ich habe auch entdeckt, dass sich darin neue Möglichkeiten öffnen können. Mein Leben ist seitdem ein ständiger Wechsel zwischen Einschränkung und Fortschritt, zwischen Übung und Alltag.