entspannen am Jakobsweg

Mein Nervensystem sehe ich als wichtigen, wenn nicht wichtigsten Teil meiner Gesundung an. Es dreht sich eigentlich alles darum und es geht dabei um Anspannung und Entspannung. Mein Nervensystem zu entspannen bringt Gesundheit, die innere Anspannung über einen längeren Zeitraum ist die Ursache von Beschwerden und Krankheit. Der Hirnabszess war nur ein Aufzeigen, dass ich in einem zu angespannten Modus unterwegs war.

Ich unterscheide zwischen innererer und äußerer Anspannung. Um Gehen zu lernen ist natürlich eine äußere Anspannung notwendig, die man aber übertreiben kann. Das ist dann nicht so gut und der Beginn von Krankheit, wenn man es nicht beachtet. Diese Innere Anspannung ist schädlich und lässt uns NICHT entspannen, was eine Voraussetzung für Gesundheit ist.

Im Sport ist es die große Kunst, im Training innerlich entspannen zu können, auch unter Belastung. Bekannte Trainer spüren und beherrschen das. 

Nervensystem

Mein Nervensystem entspannen

In allem was ich mache, achte ich darauf im Gleichgewicht zu bleiben, die schädliche Anspannung im Nervensystem zu vermeiden und zu entspannen. Eine wichtige Voraussetzung ist es auf mich zu schauen.

Es ist oft unerklärlich zu sagen, warum ich etwas nicht mache. Ich versuche meiner Intuition zu folgen und darauf zu vertrauen, das Richtige zu machen. Bisher wurde ich noch nicht enttäuscht. Das musste ich allerdings erst lernen, wie Gehen und alles andere.

Pilgern zum Entspannen

Beim Pilgern bin ich im Pilgermodus unterwegs und der ist auf Entspannen gepolt. Ich schaue dabei nicht auf andere, wähle genau mein Tempo welches mir gut tut und lasse mich nicht irritieren. Am Camino del Norte war oft schlechtes Wetter, trotzdem war ich im Modus der Entspannung unterwegs. Egal wie steil es bergauf oder bergab ging. und wie das Wetter war. Wichtig war es, wie ich mich fühlte! 

Letztens die Woche am Jakobsweg-Weinviertel, war für mich an der Grenze. Durch das späte Jahr und die Zeitumstellung kamen Alexander und ich öfter ins Dunkle. Das forderte mich und mein Nervensystem sehr. Allerdings bekam ich die Gelegenheit unter einem Sternenhimmel zu gehen. Das habe ich mir schon lange gewünscht, am Camino Norte gelang es mir noch nicht.

Mein Nervensystem am Jakobsweg entspannen
Jakobsweg Weinviertel

Es war jedoch notwendig, auf mich zu hören, damit ich mich nicht überforderte. Es gelang einigermaßen und ich konnte meine Grenzen wieder ein Stück ausweiten. Es ist ein Stückweises voran kommen, so wie ich auch das Leben in allen Bereichen Stück für Stück erobere.

Ich bin nicht meine Gedanken

Der Hirnabszess war keine Krankheit wie eine Grippe oder ein Beinbruch. Es hat mir eindringlich gezeigt, unter allen Umständen auf mich zu hören. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, denn zu lange habe ich auf alle anderen gehört, um zu entsprechen. Ich entfernte mich immer mehr von mir selbst und habe zu lernen, dass ich NICHT meine Gefühle oder mein Denken bin, sondern mein Bewusstsein!

Es gibt natürlich viele Ursachen, warum ich krank geworden bin. Unterm Strich hat mich mein Denken hierher gebracht. Mittlerweile weiß ich darum und stelle mein Denken um. Das hat aber auch mit vielen alten Verhaltensmustern zu tun, die sich vor langer Zeit bildeten. Diese aufzulösen ist notwendig, um Heil zu werden. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Mir dessen bewusst zu werden und zu sein, ist aber schon ein guter  Anfang. Es hängt vom Denken ab, mein Nervensystem zu entspannen.

Körper und Geist

Ich bin mein Bewusstsein. Mein Körper zeigt mir nur auf, dass etwas nicht stimmt, oft mit Schmerzen, wenn ich nicht darauf höre. Das zu erkennen gehört zum Heil werden. Zum Gesund werden gehört nicht nur körperliche Arbeit, sondern auch Geistige. Viele möchten nur Gesund werden und vergessen dabei auf den Geist. Allerdings sind wir nur krank geworden, um damit einen Hinweis zu erhalten, woran wir arbeiten sollen.

Viele werfen dagegen irgendwelche Pulver und Medikamente ein und erwarten eine Besserung oder Heilung. Die gibt es aber in den seltensten Fällen, weil wir oft die Eigenverantwortung damit abgeben. Wir erwarten uns Hilfe von anderen, dabei sind wir SELBST unser bester Heiler. 

Mein Nervensystem entspannen

Durch meinen Freund Harry lernte ich schon vor vielen Jahren im Sport Bewußtseinstraining kennen. Es war Anfangs eine oft harte Schule, der Radrennsport bekam eine andere Bedeutung. Heute bin ich froh darüber und verstehe es besser. Denn nur so war es mir bisher möglich die Folgen des Hirnabszess zu überstehen und das Leben neu kennen zu lernen.

Der Abszess hat meinen Körper nachhaltig gestört, aber den Geist gestärkt. In den letzten drei Jahren habe ich viel mehr erreicht, als man erwarten konnte. Trotzdem ist mein Gehirn mit vielem noch überfordert.

Allerdings bin ich dankbar dafür, dass Leben auf diese Weise kennen zu lernen. Es ist ein schrittweises Lernen in allen Belangen. Der nächste Step ist immer nur möglich, wenn ich das Aktuelle verstanden habe. 

Das Nervensystem entspannen

Die Entspannung gehört wesentlich zu meinem Tagesablauf dazu. Ich versuche mein Nervensystem durch viele Methoden zu entspannen. Meditation, Geh-Meditation, Buch lesen, viel Schlafen, Duft-Therapie, mich in der Natur bewegen und vieles mehr. Das alles passiert in einem niederschwelligen Bereich.

So lange wie möglich versuche ich mich in diesem Bereich aufzuhalten. Manchmal ist es jedoch nicht möglich. Ämter und Behörden, schwierige Gespräche und manch anderes sind der Gesundung nicht förderlich. Schwierige Gespräche mit Ämtern fordern von mir oft noch ein bis zwei Tage Ruhe danach. Aus diesem Grund vermeide ich solche Termine, wenn es geht.

Ich suche alles andere, wo sich der Körper entspannen kann. Pilgern ist eines davon. Das eindrucksvollste Erlebnis war für mich der Camino Frances im Vorjahr. Trotz einer gewissen Anstrengung, konnte ich meine Körper entspannen und das über mehrere Wochen. Es war faszinierend das zu sehen und zeigte mir, dass die Gesundung nur über den Verlust an schädlicher Spannung geht.

Emotionen, entspannend, glücklich
Glücklich am Camino Frances

So wird mein weiterer Weg sein, auf mich zu hören, dass zu machen was ich gerne mache und was mir nicht gut tut, sein zu lassen.

„Step by Step!“