Anfang Juli beginnt für mich ein Abenteuer, das mich im Idealfall 3000 km durch die atemberaubenden Landschaften der Vogesen, Alpen und Pyrenäen führen wird – der Hexatrek durch Frankreich.

2022 hörte ich zum ersten Mal vom HexaTrek, einem damals noch ganz neuen Fernwanderweg durch Frankreich. 2023 beschäftigte ich mich intensiver damit. Besonders reizte mich die Vorstellung, zu den ersten Menschen zu gehören, die diesen Weg gehen. Dazu kamen die unbekannten Landschaften und die vergleichsweise einfache Anreise von zu Hause.
Doch so weit war ich damals noch nicht.
Nach meinem Hirnabszess musste ich mir die körperlichen Voraussetzungen für lange Wanderungen mit schwerem Rucksack erst wieder erarbeiten. Erst mein JOGLE-Abenteuer durch Großbritannien gab mir das Vertrauen, auch den HexaTrek versuchen zu können.
Allerdings erwarteten mich in Frankreich neue Herausforderungen. Vor allem wusste ich nicht, für wie viele Tage ich Lebensmittel mitnehmen musste und wie schwer mein Rucksack dadurch werden würde. Gerade dieses zusätzliche Gewicht war für mich eine große Unbekannte.
Neben der Neugier auf einen neuen Fernwanderweg ging es mir um etwas, das mich auf all meinen Wanderungen begleitet: das Gehen selbst.
Mit meinen Einschränkungen zurechtzukommen, meine Fähigkeiten zu erhalten und weiterzuentwickeln – jeder Schritt zählt für mich und trägt zu meiner Gesundheit bei.
2024 fühlte ich mich schließlich bereit, dieses Abenteuer zu beginnen.
2024 machte ich mich auf den Weg und legte auf den ersten vier Etappen rund 2.000 Kilometer zurück. Im September entschied ich mich, die Wanderung vorerst zu beenden. Die ersten Berghütten schlossen bereits, die Versorgung wurde schwieriger und die sinkenden Temperaturen hätten zusätzliche Ausrüstung und noch mehr Gewicht im Rucksack bedeutet.
2026 kehrte ich nach Frankreich zurück und absolvierte die beiden letzten Etappen durch die Pyrenäen bis zum Atlantik.
In den folgenden sechs Blogartikeln erzähle ich von meinen Erlebnissen, den unterschiedlichen Landschaften und den Herausforderungen, die mich unterwegs begleiteten.
Anfang Juli beginnt für mich ein Abenteuer, das mich im Idealfall 3000 km durch die atemberaubenden Landschaften der Vogesen, Alpen und Pyrenäen führen wird – der Hexatrek durch Frankreich.
Die ersten 700 km liegen hinter mir. Der erste Teil des Hexatrek ist somit geschafft.
Nach dem Jura bin ich mit dem Boot über den Genfer See gefahren, nach Thonon Les Bains (Beginn des HexaTrek Stage 2). Es geht durch die Nordalpen, dem Herzstück der Alpen, die für mich die größte Herausforderung bisher darstellen.
Nachdem ich die majestätischen Nordalpen hinter mir gelassen habe, stehe ich nun am Beginn der dritten Etappe des HexaTrek - einer Route, die mich tief in die Südalpen führen wird.
In Viviers, welches an der Rhone liegt, beginnt der 4. Abschnitt des Hexatrek. Der Süden Frankreichs, mit der Ardeche und den Cevennen, warten auf mich.
Was vor Jahren als Neuanfang begann, ist heute eine Reise, die weit über das Gehen hinausgeht. Mein Camino Integrale führt mich von der eigenen Haustür bis nach Finisterre – 3.500 Kilometer zu Fuß, durch Städte, über Berge, hinein in die Stille. Dazwischen: zwei Etappen des HexaTrek – wild, fordernd, befreiend.
Wenn ich heute an meine ersten Caminos zurückdenke, dann sehe ich nicht nur die Wege, die Landschaften und die Begegnungen vor mir. Ich sehe auch die Ausrüstung, mit der ich damals unterwegs war, und ich merke, wie sehr auch sie ein Teil dieses ganzen Weges geworden ist.
2026 setzte ich meinen HexaTrek in Carcassonne fort und ging Stage 5 durch die Pyrenäen. Rund 600 Kilometer, große Hitze, unzählige Höhenmeter und schwierige Wege forderten mich stärker als erwartet – körperlich, mental und mit all den neurologischen Einschränkungen, die mich seit meinem Hirnabszess begleiten. Ein Weg über Grenzen, alte Bilder und die Erkenntnis, dass oft nur der nächste Schritt zählt.
Die letzten 1.000 Kilometer meines HexaTreks führten durch die Pyrenäen bis zum Atlantik. Es waren die schwierigsten Wochen des gesamten Weges – nicht nur wegen der Höhenmeter, sondern weil mein Körper und mein Nervensystem dabei ständig neu gefordert waren. Ein Weg über Grenzen, Wahrnehmung und darüber, immer besser zu verstehen, wie ich heute funktioniere.
Wochenlang durch die Pyrenäen, meist im Zelt und mit möglichst wenig Gewicht am Rücken. Welche Ausrüstung hat sich wirklich bewährt? Meine Erfahrungen mit Rucksack, Zelt, Schlafsystem, Kleidung, Schuhen, Kochen und allem, was ich unterwegs brauchte.