2022 hörte ich zum ersten Mal vom HexaTrek, einem damals noch ganz neuen Fernwanderweg durch Frankreich. 2023 beschäftigte ich mich intensiver damit. Besonders reizte mich die Vorstellung, zu den ersten Menschen zu gehören, die diesen Weg gehen. Dazu kamen die unbekannten Landschaften und die vergleichsweise einfache Anreise von zu Hause.
Doch so weit war ich damals noch nicht.
Nach meinem Hirnabszess musste ich mir die körperlichen Voraussetzungen für lange Wanderungen mit schwerem Rucksack erst wieder erarbeiten. Erst mein JOGLE-Abenteuer durch Großbritannien gab mir das Vertrauen, auch den HexaTrek versuchen zu können.
Allerdings erwarteten mich in Frankreich neue Herausforderungen. Vor allem wusste ich nicht, für wie viele Tage ich Lebensmittel mitnehmen musste und wie schwer mein Rucksack dadurch werden würde. Gerade dieses zusätzliche Gewicht war für mich eine große Unbekannte.
Warum ich diesen Weg gehen wollte
Neben der Neugier auf einen neuen Fernwanderweg ging es mir um etwas, das mich auf all meinen Wanderungen begleitet: das Gehen selbst.
Mit meinen Einschränkungen zurechtzukommen, meine Fähigkeiten zu erhalten und weiterzuentwickeln – jeder Schritt zählt für mich und trägt zu meiner Gesundheit bei.
2024 fühlte ich mich schließlich bereit, dieses Abenteuer zu beginnen.
Meine sechs Etappen auf dem HexaTrek
2024 machte ich mich auf den Weg und legte auf den ersten vier Etappen rund 2.000 Kilometer zurück. Im September entschied ich mich, die Wanderung vorerst zu beenden. Die ersten Berghütten schlossen bereits, die Versorgung wurde schwieriger und die sinkenden Temperaturen hätten zusätzliche Ausrüstung und noch mehr Gewicht im Rucksack bedeutet.
2026 kehrte ich nach Frankreich zurück und absolvierte die beiden letzten Etappen durch die Pyrenäen bis zum Atlantik.
In den folgenden sechs Blogartikeln erzähle ich von meinen Erlebnissen, den unterschiedlichen Landschaften und den Herausforderungen, die mich unterwegs begleiteten.
Zehn Jahre nach meinem Hirnabszess ist vieles möglich geworden, das ich mir damals nicht hätte vorstellen können. Und trotzdem ist es nicht vorbei. Heute bedeutet Rehabilitation für mich nicht mehr, zurück in mein altes Leben zu kommen, sondern herauszufinden, was in meinem heutigen Leben möglich ist.
Nach 1.000 Kilometern auf dem HexaTrek durch die Pyrenäen zwingt mich eine Bandscheibenreizung zum Innehalten. Dabei wird mir bewusst, dass meine Rehabilitation auch zehn Jahre nach dem Hirnabszess nicht abgeschlossen ist. Es geht längst nicht mehr nur um körperliche Fähigkeiten, sondern auch um geistiges Heilen, den Umgang mit Reizüberforderung und die Frage, wie ich meine Möglichkeiten nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause besser nutzen kann.
Willkommen in meiner Welt des Neuanfangs! Ich bin Jörg und nachdem ein Hirnabszess mein Leben auf den Kopf gestellt hat, teile ich hier meine Erfahrungen und Erkenntnisse zu Gesundheit, Natur und dem heilenden Potenzial des Gehens und Pilgerns. Schreib mir gerne eine E-Mail, hinterlasse Kommentare oder begleite mich auf meinem Weg. Dein Interesse ist ein wertvoller Beitrag zu meiner Reise. Vielen Dank dafür!