Ist der Camino del Norte mehr Therapie oder doch das Leben lernen für mich? Ich kann gleich sagen, es ist beides. Da das Pilgern die beste Therapie darstellt, ist es auch gleichzeitig das Leben leben.

Es ist für mich nach dem Hirnabszess eine Möglichkeit, dem Leben wieder näher zu kommen, aber auch durchaus Therapie. Deswegen, weil ich sowieso noch alles unter dem Gesichtspunkt des besser werdens machen muss.

Am Camino del Norte

Die erste Woche am Camino del Norte

Eine Woche ist jetzt um. Der Camino del Norte ist anspruchsvoller als der Camino Frances, durch das ewige auf und ab an der Küste entlang. Dazu ist ein anderer Tagesrythmus nötig, den ich mir erst aneignen musste.

Es ist auch ein weniger spiritueller Weg, als der am Camino France. Hier ist es mehr Wandern, als Pilgern, zumindest kommt es mir so vor. Allerdings bieten mir hier die alten Pigerpfade ein Gehen lernen, wie ich es brauche.

Denn eines hat mir die bisherie Rehabilitation gezeigt, unzählige Wiederholungen bringen Ergebnisse. Nur durch beständiges Tun komme ich weiter.

So wie in einer Reha-Anstalt, habe ich auch hier einen wechselnden Tagesplan.

Ich

Jeder Tag hat seine Eigenarten

Los ging es gleich mit schmalen Pfaden entlang dem Küstenweg. Steil hinauf und hinunter, immer nahe dem Meer.

Krafttraining pur bergauf, wie bergab. Bergab jedoch verbunden mit einem sicheren Gang. Da hat sich in den zweieinhalb Monaten Physiotraining Zuhause viel getan. Ich trete jetzt einfach viel sicherer auf. Ein umkippen passiert mir fast nicht mehr.

Genaues schauen ist aber noch vonnöten. Ich muss immer noch sehen wo ich hinsteige, im flachen wie im bergigen. Daher habe ich einen Regenschirm dem Poncho vorgezogen.

Mit Regenschirm

Automatisches Gehen…

…ist eigentlich noch immer nicht möglich. Aber es ist besser geworden. Zumindest muss ich nicht mehr jeden einzelnen Muskel andenken. Aber das Gehirn arbeitet auf Hochtouren, wenn es die schmalen Pfade entlang geht.

Mehr zu allem wenn ich mehr Zeit habe. Die Tage sind ausgefüllt mit Gehen.