46. Schnee und Kälte, Hindernisse auf dem Weg zurück!

25. Februar 2018
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2 Minuten Lesezeit

Der Winter hat es zurzeit in sich. Erst Schnee und jetzt auch noch Kälte, richtige Kälte wohlgemerkt. Hindernisse, die meinen Weg zurück erschweren.
Es zeichnete sich schon im letzten Winter ab, dass mein Körper für Kälte anfällig ist.

Bewegung im Freien wird damit mühsam, ich fühle mich eingefroren und meine Körperfunktion ist langsamer. Aber ich versuche trotzdem nach draußen zu gehen. Gerade im Schnee kann ich gut das Gleichgewicht üben. Mit der Kälte wird es noch schwerer.

Stöße und Rempler, Hindernisse im Leben

Gehen auf verschiedenen Untergründen

Im Juni vorigen Jahres lernte ich in der Rehaklinik auf Schubser von außen zu reagieren. Wichtig, um nicht gleich bei jedem Rempler umzufallen. Das war bis dorthin ein großes Manko. Ich getraute mich lange nicht unter Menschen zu gehen. Immer war die Angst präsent, gestoßen zu werden. Ich war so konzentriert auf die Bewegung, dass ich auf Schubser nicht reagieren konnte. Stürze konnte ich mit Mühe und Glück vermeiden, wenn es auch einige Male nicht ohne blaue Flecken oder Abschürfungen ausging.

Man kann sich kaum vorstellen was es bedarf, auf verschiedenen Untergründen zu gehen und dann Schubsern ausgesetzt zu sein. In der Stadt passiert das immer wieder. Diesen Bewegungsablauf musste ich erst wieder einstudieren. Danke an meine Therapeutinnen.

Der Elefant im Porzellanladen

Hindernisse am Weg
Gehen im Schnee

Das in der Reha gelernte, übte ich in den folgenden Monaten intensiv zu Hause weiter. Ab Herbst war ich gegen unvermeidliche Stöße einigermaßen gewappnet. Ich habe zwar noch immer eine Vermeidungstaktik in mir, aber ich bin schon wesentlich stabiler. Menschengruppen weiche ich großräumig aus oder ich bleibe stehen. Kein gutes Gefühl für einen ehemals feinfühligen Bewegungsmenschen wie mich. Es fehlt mir die Geschmeidigkeit, um mich wo durchzuwurschteln. Technische Trails hatte ich gerne beim Laufen. Jetzt fühle ich mich an, wie der Elefant im Porzellanladen.

Der tiefe Schnee auf Waldwegen ist dafür ein gutes Training. Ausgleichsbewegungen mit Händen und Füßen darf ich zulassen. So soll die Geschmeidigkeit wieder zurückkommen, auch wenn das noch dauern wird. Herumfliegende Hände und Beine sowie kurviges gehen im Schnee ist derzeit für mich der Alltag. Es schaut nicht schön aus, soll mir aber helfen, wieder das Gefühl fürs Gehen zu bekommen. Kommt mir im Wald wer entgegen, bleibe ich stehen oder gehe "schön" weiter. Es ist mir unangenehm, wenn mir jemand zusieht, wie ich durch den Wald torkle, fast wie betrunken.

Meine Arbeit besteht eben darin, wieder die Kontrolle über meine Körperfunktionen zu erlangen - und das mit einem noch geschwächten Muskelapparat. Ich schreibe viel über meine Bewegung, aber untrennbar verbunden ist damit auch das Gehirn oder die Denkfähigkeit. Es gehört genauso trainiert, wenn nicht noch mehr. Verbessere ich mein Denken, wird der Körper folgen. Das stelle ich immer wieder fest. Schon in meiner Zeit als Radrennfahrer hatte ich dazu genug Erlebnisse. Unser Geist ist mächtig. Man sollte sich das immer wieder bewusst machen.

"Man soll sich mehr um die Seele kümmern, denn Vollkommenheit der Seele richtet die Schwächen des Körpers auf, aber geistlose Kraft macht die Seele nicht besser"

Demokrit, griechischer Philosoph

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Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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