Fitnessstudio und Wings for Life Run - mein Leben mit Muskelschwäche!

9. Mai 2022
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4 Minuten Lesezeit

Fitnessstudio und Wings for Life Run - mein Leben mit Muskelschwäche!

Im Moment versuche ich die durch die Pandemie sich verschlechterte Muskelschwäche wieder zu verbessern. Vor zwei Jahren nahm ich damals, am Anfang der Pandemie, zum ersten Mal am Wings for Live Run teil. Er gab mir Motivation, dranzubleiben und mich auf neue Ziele zu konzentrieren. Ich bin drangeblieben und habe die Zeit so gut es ging genutzt. Im gesamten gesehen, habe ich allerdings in allen Bereichen verloren.

Der zweite Punkt ist das Fitnessstudio, weiches nach über zwei Jahren wieder für mich möglich wurde. Immer im Wald wie "Rocky" zu trainieren, funktioniert halt nur bedingt. Ich habe es auch gemacht und öfters Baumstämme fürs Krafttraining genutzt, aber es ersetzt nicht mit Gewichten zu trainieren. So nutzte ich die erste Möglichkeit, wieder im Fitnessstudio zu trainieren. Der Camino hat zu viele Schwachstellen aufgezeigt.

Das Fitnessstudio

Bisher war ich ein paar Mal im Fitnessstudio und es tat so gut, gezielt mit Gewichten an mir zu arbeiten. Gerade der Camino France im April zeigte mir viele Schwachstellen auf, die sich in der Pandemie gebildet haben.

Das Rucksack tragen stellte sich als immer schwieriger heraus, da sich meine Rückenmuskulatur immer mehr zurückbildete. Der Nierenstein gab mir dann den Rest. Den Camino habe ich dann unterschätzt, denn ich dachte, ich gehe eben langsamer und täglich nicht so weit und mit der Zeit werde ich mich daran gewöhnen.

Aber das alles hilft nichts, wenn die Wirbelsäule zu schwach ist, in Kombination mit der Muskelschwäche. Ich muss eben einsehen, dass bei mir alles anders ist und für mich frühere Maßstäbe nicht gelten. Daher heißt es jetzt die Muskeln der Wirbelsäule gezielt aufzubauen und das trotz der Muskelschwäche.

Endlich wieder im Fitnessstudio, für meine Muskelschwäche was tun.
Endlich wieder im Fitnessstudio, für meine Muskelschwäche was tun.

Die Oberschenkel sind die nächste Schwachstelle. Die letzten zwei Jahre arbeitete ich nur mit dem eigenen Körpergewicht. An und für sich eine gute Sache, aber ich brachte nur bedingt etwas weiter. Wieder gilt das oben gesagte, ich funktioniere nun mal anders. Gehen bringt mir dafür nur bedingt etwas. Gehen ist Ausdauer, die ich mir zumindest beim Gehen aneignen konnte.

Kraft ist das andere und nur schwer wiederzuerlangen. Stiegen steigen hilft, bringt mich allerdings schnell zur Erschöpfung. Es ist immer eine Gratwanderung Stiegen zu steigen, denn die Spange zwischen "es hilft mir" und "es erschöpft mich", ist sehr schmal. Daher ist das Fitnessstudio ideal für mich, da ich ganz genau auf mich eingehen kann.

Langsam und gezielt kann ich an mir arbeiten, die Muskeln wieder an ihre Tätigkeit zu gewöhnen, zumindest soviel, wie ich noch habe. Normalerweise bin ich ein Freund der Natur, aber in diesem Fall gehe ich auch gerne ins Studio, um weiterzukommen.

Bekomme ich die Muskelschwäche besser in den Griff, habe ich auch mehr Lebensqualität und das ist mein Ziel.

Der "Wings for Life Run"!

Im Mai 2020 habe ich erstmals daran teilgenommen. Man muss dafür nicht Laufen können. Mein Ziel war es, die 5 Kilometer Marke zu knacken, welche ich damals verfehlte. Im Jahr darauf war ich am Walkabout durch Österreich gerade am Berg unterwegs, damals schaffte ich beim App Run nur etwas über zwei Kilometer. Allerdings stand für mich im Vordergrund, überhaupt wieder Gehen zu können.

Der Lauf ist für mich mit Motivation verbunden, da es Schicksale gibt, die wieder das Gehen erlernen wollen. Einem passierte im Zeitraum von mir Ähnliches, allerdings als Unfall. Beim Skispringen stürzte Lukas Müller schwer und erlitt eine inkomplette Querschnittslähmung. Seither versucht er wieder Gehen zu lernen. Es motiviert auch mich, immer wieder neue Motivation zu finden.

Der Lauf

Für mich ist der App Lauf ideal. Damit kann ich starten, wo ich möchte. Mein Ziel ist es, die fünf Kilometer zu schaffen. Das ist gar nicht leicht, denn das bedeutet, die Distanz in 52 Minuten zu schaffen, das ist an der Grenze vom Gehen zum Laufen.

Bei meinem ersten Antreten 2020 schaffte ich 4,71 Kilometer. Leider kam dann die Pandemie und ich verlor viel von meinem gesundheitlichen Zustand. 2021 war ich dann am Walkabout durch Österreich am Berg unterwegs und schaffte 2,38 Kilometer.

Beim Lauf bin ich in Gedanken bei den verschiedensten Schicksalen, die wieder Gehen lernen möchten oder im Rollstuhl sitzen. Bei mir kamen Erinnerungen an die Zeit im Krankenhaus hoch. Auch ich war auf den Rollstuhl angewiesen. Allein das Erlernen vom Bett in den Rollstuhl zu kommen, war für mich schlimm, weil ich aufgrund der Muskelschwäche mich kaum aus dem Bett wuchten konnte.

Ich dachte hin und wieder darüber nach, was wäre, wenn ich auch in Zukunft auf den Rollstuhl angewiesen wäre. Da half mir aber mein Nicht-Denken können und ich beschloss, niemals aufzugeben, ich wollte wieder gehen können. Diese Zeit im Krankenhaus werde ich nie vergessen.

So kamen und gingen die Gedanken während des Laufes, aber ich konnte nicht wirklich bei einem bleiben. Die meiste Zeit konzentrierte ich mich auf den Bewegungsablauf und ich merkte, dass ich ein entsprechendes Tempo nicht halten konnte. So war nach 47:47 min und 4,15 Kilometer Schluss, das virtuelle Catcher Car hatte mich eingeholt.

Mit Muskelschwäche beim Wings for Life App-Run

Zufrieden oder enttäuscht?

Es überwiegt nach wie vor die Freude, wieder überhaupt gehen zu können. Alleine das ist der größte Erfolg in meinem zweiten Leben. Die erreichten Kilometer sind nebensächlich, sie sind nur ein Richtwert, wo ich derzeit körperlich stehe. Laufen ist noch immer weit weg, dass ist mir klar.

Die fehlende Propriozeption ist auf Asphalt nicht mehr so stark spürbar. Erst gegen Ende des Laufs musste ich verstärkt auf meine Beine achten und wo ich hinsteige.

Die 5 Kilometer werden mein Ziel bleiben und mein Hauptziel ist sowieso, wieder Laufen zu können.


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2 comments on “Fitnessstudio und Wings for Life Run - mein Leben mit Muskelschwäche!”

  1. Vielen Dank für Deinen motivierenden Beitrag, Jörg: ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dein(e) Ziel(e) erreichst. Und ich werde Deinen Beitrag sehr gerne unseren Fans und Followern weiterempfehlen.

    Beste Grüße,
    Eddy

    1. Hallo, danke dir.
      Leider ist Laufen auch nach sechs Jahren noch nicht möglich, aber ich bleibe dran, auch wenns nur in kleinen Schritten möglich ist. Das Gehirn lässt es einfach nicht zu. Bis es soweit ist, behelfe ich mich mit Pilgern und Fernwanderungen.
      Danke und liebe Grüße
      Jörg

Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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