Am Papst-Franziskus-Pilgerweg zur Ruhe und zu mir kommen!

22. Dezember 2020
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3 Minuten Lesezeit

Am Papst-Franziskus-Pilgerweg zur Ruhe und zu mir kommen!

Einen Tag vor Beginn der Rauhnächte begab ich mich auf Pilgerschaft auf dem Papst-Franziskus-Pilgerweg von Graz nach Weiz, um über die vergangene Corona Zeit und meine Zukunft der Rehabilitation nachzudenken.

Der Hochnebel machte diese Wanderung Grau, aber ich war sowieso schon auf dem Weg, wieder mehr buntes in mein Leben zu holen.

Der Papst-Franziskus-Pilgerweg

Der Papst-Franziskus-Pilgerweg

Der Weg führt von der Basilika Mariatrost auf den Weizberg, hinauf zur Basilika. Da die ersten Kilometer über die Straße auf Asphalt führt, wählte ich diesmal den Weg ab dem Faßlberg. Von hier weg, geht es zu 70 % auf Wanderwegen.

So waren es noch rund 20 Kilometer, mit der Herausforderung, alles mit sich zu führen. Durch den Lockdown gab es keine Möglichkeit zur Verpflegung unterwegs oder zwischendurch etwas Warmes, wie einen Kaffee, in einem Café einzunehmen. Außer man nahm es mit.

Der Weg wurde erst vor einigen Jahren installiert und ist sehr gut markiert. Er bietet eine tolle Möglichkeit, fast nur über Wanderwege, von Graz nach Weiz zu gelangen.

Durch den Wald, am  Papst-Franziskus-Pilgerweg
Gschwendt

Nebel und mystische Wälder

Man durchquert mystische Wälder, mit Moos bedeckte Bäume und alle paar Meter gab es einen anderen Blickwinkel. Deshalb sollte man mehr Zeit einplanen, um sich nicht beeilen zu müssen.

Denn gerade im Winter hat man nicht so viel Zeit und der Hochnebel macht es zu einer anderen Welt. Grau in Grau ist alles, aber es ist die Kunst, selbst da etwas Buntes zu finden.

Seit einiger Zeit inspiriert mich der Instagram-Kanal von @issnatuerlichfrisch und seitdem versuche ich nicht nur mein Essen bunter zu machen, sondern auch wieder mehr Farbe in mein Leben zu bringen. Wer sich erinnern kann, war mein Thema "bunt" auch am Camino del Norte, wo ich mich deswegen farbig gekleidet habe.

Christiane von @issnatuerlichfrisch schrieb auch einen guten Kommentar zum Thema Nebel. Nebel heißt umgekehrt Leben. Wie treffend! So bekommt er eine positive Eigenschaft, denn eigentlich assoziiert man ihn mit unfreundlich, undurchdringlich und Kälte.

Wandern und Pilgern

Es ist zwar ein Unterschied zwischen Wandern und Pilgern, aber für mich ist das fließend. Pilgern ist nach innen gekehrt und man beschäftigt sich mit sich selbst.

Trotzdem ist es auch fein, den Blick für das Kleine freizuhalten. Zu fühlen, was einen umgibt. Die kleinen Zeichen am Weg zu beachten. Überhaupt fühle ich mich seit dem Hirnabszess der Natur sehr verbunden.

Es tut gut durch die Natur zu gehen, denn das beruhigt das Gehirn. In der Stadt würde das nie funktionieren.

Durch die Kleine Raabklamm

Ein Highlight ist die Durchquerung der Kleinen Raabklamm. Das Gurgeln des Flusses ist beruhigend und rechts und links erheben sich steile, mit Bäumen bewachsene Wände, durchwachsen mit Felsen.

Es geht flach entlang des Flusses und lässt einen die Seele baumeln. Gerade richtig, für das letzte Drittel des Pilgerweges. Man verlässt die Klamm links in das Bärental, dass zum Ortseingang nach Weiz führt.

Der Bildstock im Bärental

Zu diesem Bildstock habe ich ein besonderes Verhältnis. Bereits verstorbene Verwandte haben ihn vor Jahren renovieren und herrichten lassen. Jedes Jahr fand eine kirchliche Feier im Bärental statt, an der auch ich teilgenommen habe.

So brachte der Weg auch Erinnerungen an diese Zeit hoch, die ja vor dem Hirnabszess war. In Gedenken an sie, zündete ich eine Kerze an. Beim letzten Mal wurde ich überrascht, dass der Weg von Graz, hier im Bärental am Bildstock vorbeiführt.

Ruhe und Einsamkeit

Die Ruhe und Einsamkeit genoss ich am Weg. Es war streckenweise ein Revue passieren lassen der Corona-Zeit, was ich daraus lernte und wie ich meine Rehabilitation im neuen Jahr anlegen werde.

Dabei wurde dann das Gehen oft zur Geh-Meditation. Nach dieser Tour kann ich sagen, ich bin wieder orientierter und habe Ziele im Kopf, die vorher nur schwer fassbar waren.

Selbst wenn ich meine körperlichen und geistigen Ziele für heuer nicht erreicht habe, so konnte ich doch viele Dinge finden, die mich auf andere Weise stärker machten.

Die Ruhe und Einsamkeit am Papst-Franziskus-Pilgerweg, ist für mich die Vorbereitung auf die Rauhnächte und das neue Jahr.

Nach fünf Stunden in Weiz

Am Ausgang des Bärentals liegt die Ortsgrenze von Weiz. Man sieht bereits die Kirche am gegenüber liegenden Weizberg. Noch aber hat man ein Stück des Weges vor sich, quer durch Weiz, an der Krippe am Hauptplatz vorbei.

Noch einmal den Aufstieg zur Kirche hinauf und nach fünf Stunden war ich am Kirchplatz. Eine schöne Pilgerwanderung nahm hier ihr Ende. In der Kirche zündete ich noch eine Kerze an und beschloss für mich, wieder mehr, bzw. wieder ab und zu länger zu Gehen.

Der Papst-Franziskus-Pilgerweg war gerade um diese Zeit, so kurz vor Weihnachten, eine gute Wahl und es ist immer wieder überraschend, wie viel man auf schmalen Wanderwegen von Graz nach Weiz zurücklegen kann.

In der Natur fühle ich mich einfach wohler und das

"Gehen ist und bleibt die beste Medizin!"


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4 comments on “Am Papst-Franziskus-Pilgerweg zur Ruhe und zu mir kommen!”

  1. Lieber Jörg ,
    Dein neuer Blog-Eintrag gefällt mir sehr gut. Schöne Fotos und ein interessanter Bericht ! Ich finde auch, dass die Stimmung sehr positiv bei dir war, als du das geschrieben hast. Das spürt man beim Lesen.

    Ich war ganz angenehm überrascht, als ich meinen Namen gesehen habe . Ich schmunzle jetzt noch 🤩. Es freut mich sehr, dass ich dich positiv inspiriere. Dein Körper freut sich bestimmt auch, wenn es jetzt ab und zu bunt auf dem Teller wird. Mein Anliegen ist nicht, dass die Menschen alle pflanzenbetont essen sollen, aber wenn ich es erreiche, dass die Menschen Lust bekommen auch mal mehr von der Gemüse- und Obstsbteilung einzukaufen, dann ist das für mich schon ein Schritt in die richtige Richtung .

    Die Holzkrippe vor der Kirche ist auch sehr schön. Das Bild kannst du vielleicht am 24.12. bei Insta reinstellen, wenn du möchtest.

    Ich zünde auch immer eine Kerze in der Kirche an , wenn es die Möglichkeit gibt und verweile dann einen Moment in der Stille.

    Gerne schaue ich wieder auf deinem Blog vorbei.

    LG
    Christiane

    1. Hallo,
      danke fürs Lesen.
      In Gedanken habe ich viel mehr zu schreiben, aber es kann nicht raus aus mir. Weder in Schrift, noch in Sprache.
      Aber ich bleibe dran und versuche mein bestes. Eigentlich sind der Blog und Instagram so etwas wie mein Tagebuch. Es erinnert mich daran, was ich erlebt habe und immer so mache.
      Ich habe schon immer gesund und bewusst gegessen, aber die letzten Jahre hält sehr einfach und unaufwendig.
      Deine leckeren Gerichte sind mir ein gutes Vorbild, es doch hin und wieder zu versuchen. Zumindest schaue ich, dass es immer etwas bunt ist.
      Ich muss nur aufpassen, mich nicht zu überfordern, zum Beispiel mit zuvielen Zutaten.
      Aber es geht, wenn auch in sehr kleinen Schritten, vorwärts.

      Danke für deine Mithilfe, vor allem mit den großartigen Bildern auf Insta!
      LG Jörg

  2. Lieber Jörg,

    Ich glaube, dass in deiner Gedankenwelt sehr viel los ist. Gerade deshalb wird die Natur für dich so heilsam sein. Dort ist die Stille und Ruhe ... somit ein guter Gegenpol.

    Du hast das Gefühl, dass du mehr denkst, als du momentan sagen oder schreiben kannst.
    Weißt du, das was ich von dir lese ist alles sehr gut. Es passt alles, hat Qualität und die Fotos runden es ab. Das Wichtigste ist gesagt/geschrieben. Auf die Menge kommt es auch nicht an, aber auf das Wesentliche ... und das kriegst du doch sehr gut hin.

    Schreib/Sprich einfach aus dem Herzen heraus, so entsteht ein guter Text und eine gute Kommunikation. Manches muss auch nicht unbedingt gesagt werden, das spürt der andere auch.

    Übrigens ... Pater Anselm Grün hat das mal so schön gesagt : „die Natur ist voll von dem Geist Gottes“. Das ist vielleicht auch das Geheimnis, warum Waldbaden so erholsam ist.
    Anselm Grün hat übrigens auch einen Account auf Instagram. Der Mann trägt so viel Weisheit in sich und ist so ein belesener aber auch weltoffener Mensch. Ich höre ihm gerne zu, wenn er redet. Er versteht es, vieles im Leben sinnbildlich zu erklären und einem Kraft mit seinen Worten zu geben .

    LG
    Christiane

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Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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