Meine Ausrüstung für den HexaTrek durch die Pyrenäen

29. September 2026
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13 Minuten Lesezeit

Meine Ausrüstung für den HexaTrek durch die Pyrenäen

Nach vielen Jahren auf Fernwanderwegen hat sich meine Ausrüstung immer weiter verändert. Dinge kamen dazu, andere verschwanden wieder. Manche Ausrüstung, von der ich einmal überzeugt war, funktionierte auf Dauer doch nicht. Und manches, das zunächst ungewöhnlich erscheint, hat sich über Tausende Kilometer bewährt.

Auf dem HexaTrek durch die Pyrenäen war ich so leicht unterwegs wie kaum zuvor. Dabei geht es mir aber nicht darum, um jeden Preis die niedrigste Zahl auf einer Packliste zu erreichen. Gewicht spielt für mich eine große Rolle, aber mindestens genauso wichtig ist, wo sich dieses Gewicht befindet und wie ich damit umgehen kann.

Durch meine neurologischen Einschränkungen funktionieren manche Dinge bei mir anders als bei anderen Wanderern. Ein paar Gramm an den Händen können für mich wichtiger sein als dasselbe Gewicht im Rucksack. Ein Hüftgurt, der für die meisten Menschen selbstverständlich ist, behindert mich beim Gehen. Und nach einem langen Tag kann selbst die Zubereitung einer Mahlzeit zu einer Aufgabe werden, die mich überfordert.

Meine Ausrüstung muss deshalb vor allem eines: zu mir und meiner Art zu gehen passen. Am Ende gibt es die gesamte LighterPack Liste.

Ausrüstung am Hexatrek

Meine komplette Ausrüstung

Für die Pyrenäen hatte ich meine Ausrüstung inzwischen ziemlich weit reduziert. Trotzdem war alles dabei, was ich für mehrere Wochen mit Übernachtungen im Zelt benötigte.

Zelt, Schlafsystem, Bekleidung, Kocher, Wasserfilter, Elektronik, Hygiene und Erste Hilfe mussten in einen 35-Liter-Rucksack passen. Dazu kamen je nach Abschnitt Lebensmittel für mehrere Tage und teilweise große Mengen Wasser.

Gerade Wasser und Verpflegung machten am Ende einen viel größeren Gewichtsunterschied als die letzten eingesparten Gramm bei einem einzelnen Ausrüstungsteil.

Ausrüstung am Hexatrek

Rucksack – Hyperlite Contour 35 ohne Hüftgurt

Beim Rucksack entschied ich mich für den Hyperlite Mountain Gear Contour 35. Für mich hat dieser Rucksack auf dem HexaTrek nahezu perfekt funktioniert – vor allem, weil er sehr gut zu meiner Art passt, einen Rucksack ohne Hüftgurt zu tragen.

Dass ich auf einen Hüftgurt verzichte, hat weniger mit dem eingesparten Gewicht zu tun. Nach meinem Hirnabszess ging ich in den ersten Jahren sehr steif, beinahe wie ein Roboter. Die natürliche Bewegung des Beckens war weitgehend verloren gegangen. Erst durch therapeutisches Tanzen gelang es mir nach und nach, wieder mehr Beweglichkeit in die Hüfte und damit auch in mein Gehen zu bringen.

Ein Hüftgurt macht bei mir genau das Gegenteil: Er fixiert einen Bereich, den ich mühsam wieder in Bewegung bringen musste. Bis heute empfinde ich ihn beim Gehen als Einschränkung. Deshalb trage ich das Gewicht lieber über die Schultergurte und lasse meine Hüfte frei.

Genau dafür funktionierte der Contour 35 ausgezeichnet. Auch die Aufteilung passte für mich. Die Seitentaschen für die Wasserflaschen waren gut erreichbar, und in der großen Mesh-Tasche außen konnte ich alles unterbringen, worauf ich unterwegs schnell zugreifen wollte.

An die Grenze kam das System nur, wenn ich viel Wasser und Lebensmittel für mehrere Tage tragen musste. Dann wurde der Rucksack ohne Hüftgurt schon sehr schwer. Es blieb aber gerade noch in einem Bereich, den ich bewältigen konnte.

Über die gesamte Strecke betrachtet war der Contour 35 für mich eine der besten Entscheidungen meiner Ausrüstung.

Zelt – Hyperlite Mid 1

Bei der Wahl meines Zeltes waren für mich vor allem zwei Dinge entscheidend: Dyneema als Material und ein möglichst geringes Gewicht.

Natürlich gab es auch andere ultraleichte Zelte. Bei den für mich interessanten Modellen von Zpacks gefiel mir die Lösung am Eingang allerdings weniger. Ich wollte einen richtigen Reißverschluss und damit das Gefühl, das Zelt bei Wind vollständig und unkompliziert schließen zu können.

Auf Hyperlite Mountain Gear war ich schon zwei Jahre zuvor auf dem HexaTrek aufmerksam geworden. Die beiden Neuseeländer, mit denen ich damals unterwegs war, hatten ein Mid 2 dabei. Das Zelt gefiel mir so gut, dass es mir im Gedächtnis blieb. Für die Pyrenäen entschied ich mich schließlich für die kleinere Ein-Personen-Version, das Mid 1 mit rund 470 Gramm.

Nach den Wochen in den Pyrenäen kann ich sagen: Ich war damit mehr als zufrieden.

Besonders angenehm war der unkomplizierte Aufbau. Bis auf zwei oder drei Ausnahmen lief es immer gleich: Zelt ausbreiten, Heringe hinein, Zeltstange aufstellen – und es stand. Nach einem langen Tag mit vielen Höhenmetern wollte ich kein Zelt, mit dem ich mich am Abend noch lange beschäftigen musste. Eine Ausrüstung, die passt.

Auch bei starkem Wind hat sich das Mid 1 sehr gut geschlagen. Kondenswasser hatte ich erstaunlich selten. Einmal musste ich in einer Senke direkt neben einem Bach zelten. Mir war schon beim Aufbau klar, dass ich dort am nächsten Morgen Kondenswasser haben würde, aber es gab schlicht keine bessere Möglichkeit. Ein- oder zweimal kam es unter anderen Bedingungen ebenfalls dazu.

Ansonsten blieb das Zelt während dieser Wochen erstaunlich trocken.

Zelten am Hexatrek, meine Ausrüstung optimiert.

Trekkingstöcke – 120 Gramm in der Hand

Meine Trekkingstöcke sind keine teuren Markenstöcke, sondern ein günstiger No-Name-Carbon-Nachbau aus China. Ein Stock wiegt nur ungefähr 120 Gramm.

Trotz dieses geringen Gewichts habe ich sie bereits über Tausende Kilometer auf unterschiedlichsten Trails verwendet.

Gerade für mich ist das Gewicht an den Händen besonders wichtig. Deshalb wollte ich nicht auf schwerere Trekkingstöcke wechseln, nur um diese gleichzeitig als Zeltstange verwenden zu können.

Leichte Carbon Stöcke am Hexatrek

Für das Mid 1 nahm ich stattdessen zusätzlich eine Durston-Zeltstange im Rucksack mit. Das bedeutete zwar zusätzliches Gewicht, war für mich aber der bessere Kompromiss: möglichst wenig Gewicht an den Händen während vieler Stunden Gehen und dafür etwas mehr Gewicht im Rucksack.

Schlafsack – Sea to Summit Spark 2

Beim Schlafsack entschied ich mich für den Sea to Summit Spark 2 mit einer Komforttemperatur von ungefähr 5 Grad.

Rückblickend war er für ungefähr zwei Drittel der Strecke eigentlich überdimensioniert. Gerade zu Beginn war es teilweise so heiß, dass ich überhaupt nicht im Schlafsack lag. In dieser Zeit hätte der leichtere Spark 1 problemlos gereicht.

Erst gegen Ende änderten sich die Bedingungen. Der Herbst kam, die Nächte wurden deutlich kälter und damit begann der Spark 2 seine Berechtigung zu bekommen.

Ob auch der Spark 1 mit zusätzlicher Kleidung gereicht hätte, kann ich im Nachhinein schwer beurteilen. Wahrscheinlich schon. Damit hätte ich ungefähr 150 Gramm einsparen können.

Auf der anderen Seite hatte ich mit dem Spark 2 eine Reserve und musste mir bei sinkenden Temperaturen keine Gedanken darüber machen, ob mein Schlafsack noch ausreicht.

Das zeigt auch die Schwierigkeit der Ausrüstungsplanung für einen langen Weg: Man packt nicht für einen einzelnen Tag, sondern für viele Wochen und völlig unterschiedliche Bedingungen.

Schlafmatte – leicht, leise und zuverlässig

Bei der Isomatte entschied ich mich diesmal für die Nemo Tensor Elite. Zuvor hatte ich über Jahre hauptsächlich die Therm-a-Rest NeoAir UberLite verwendet, teilweise sogar in einer extrem kurzen Version von ungefähr 120 Zentimeter und 168 Gramm.

Vom Gewicht her war das natürlich ideal und grundsätzlich habe ich darauf auch gut geschlafen. Das Problem war die Haltbarkeit. Auf längeren Wegen begann die UberLite bei mir immer wieder nach zwei oder drei Wochen Luft zu verlieren. Irgendwann funktionierte sie überhaupt nicht mehr und ich musste unterwegs Ersatz organisieren.

Ich besitze auch eine ältere Therm-a-Rest NeoAir XLite. Sie wäre vom Gewicht und von der Isolation interessant, hat für mich aber einen anderen Nachteil: Sie ist laut. Jede Bewegung erzeugt so viele Geräusche, dass ich davon teilweise aufwache. Die neuere Version soll ja besser sein.

Für den HexaTrek wechselte ich deshalb zur Nemo Tensor Elite. Ich verwendete die kurze Version mit etwa 1,60 Meter Länge und rund 210 Gramm.

Schlafen - Ausrüstung

Da ich hauptsächlich Seitenschläfer bin, reicht mir diese Länge vollkommen. Wenn ich auf dem Rücken lag, waren lediglich die Fersen außerhalb der Matte. Das empfand ich sogar als angenehm, weil diese etwas tiefere Position meine Knie entlastete.

Vor allem aber habe ich auf der Tensor Elite wirklich gut geschlafen. Die Oberfläche empfinde ich als angenehm und während des gesamten Weges funktionierte sie zuverlässig. Ausrüstung die einfach funktionierte.

Wenn ich etwas verändern würde, dann nicht die Länge, sondern die Breite. Ein paar Zentimeter mehr Platz wären angenehm gewesen.

Schlafen - Ausrüstung

Bekleidung – wenig anziehen, flexibel bleiben

An einem typischen Tag in den Pyrenäen trug ich erstaunlich wenig. Meist waren es meine Odlo-Trailrunninghose, ein kurzärmeliges Dynafit-Shirt mit gerade einmal 66 Gramm, meine Kappe und wadenlange Injinji-Socken.

Das Dynafit-Shirt war eines dieser Ausrüstungsteile, die einfach funktionierten. Es war extrem leicht und begleitete mich praktisch durchgehend. Das gleiche hatte ich auch als Ersatz-Shirt dabei. Denn Bekleidung, die ich nicht anhabe, muss ich ja im Rucksack tragen.

Ähnlich war es mit den Injinji-Socken. Ich trug sie fast jeden Tag und war damit sehr zufrieden. Das Waschen war allerdings ein eigenes Thema. Meist konnte ich die Socken nur in einem Bach oder See auswaschen. Aufgrund meiner Einschränkungen mit den Fingern kann ich sie mit der Hand nicht richtig durchwalken. Entsprechend viel Schmutz blieb trotz Waschen im Material. In einer Waschmaschine landeten sie während dieser Wochen, soweit ich mich erinnere, überhaupt nur zweimal.

Als Reserve hatte ich zunächst ein weiteres Paar Socken dabei, das ich praktisch nie verwendete. Ausgerechnet beim gemeinsamen Waschen mit einem anderen Wanderer vergaß ich dieses Paar. Später kaufte ich unterwegs ein leichtes, doppellagiges Paar als Ersatz.

Ausrüstung Bekleidung

Windjacke, Ärmlinge und Beinlinge

Eines meiner meistverwendeten zusätzlichen Kleidungsstücke war die Windjacke. Sie befand sich fast immer in Griffweite und war häufig auch während des Gehens angezogen.

Gerade auf den Pässen konnten sich die Bedingungen schnell ändern. Selbst wenn es weiter unten warm war, wehte in großer Höhe häufig ein kräftiger und deutlich kühlerer Wind. Statt eine wärmere Schicht oder die Regenjacke herauszuholen, genügte oft die leichte Windjacke.

Vor allem ab ungefähr der Hälfte der Pyrenäen wurden auch Ärmlinge und Beinlinge zu ständigen Begleitern.

Meine weißen Ärmlinge waren sehr dünn und leicht und boten gleichzeitig UV-Schutz. Ich trug sie deshalb nicht nur bei kühleren Temperaturen, sondern zunehmend auch bei Hitze. Sie fühlten sich angenehm an und schützten meine Arme vor der intensiven Sonne.

Noch vielseitiger waren die Beinlinge. Am Morgen konnte ich sie vollständig hochziehen. Wurde es wärmer, schob ich sie nach unten. Manchmal trug ich sie nur über den Waden.

Das war auch auf Abschnitten praktisch, auf denen rechts und links stachelige Ginsterbüsche in den Trail ragten. Dann schützten die Beinlinge meine Unterschenkel.

So konnte ich sehr einfach regulieren, ohne ständig stehen zu bleiben und Kleidung aus dem Rucksack holen zu müssen.

Ärmlinge, Beinlinge - wichtige Ausrüstung

Regen und Wärme – mehr Reserve als nötig

Als Regenjacke hatte ich eine La-Sportiva-Jacke mit 20.000 mm Wassersäule dabei. Wirklich wegen Regen brauchte ich sie erstaunlicherweise fast nie. Über Wochen hatte ich unglaubliches Wetterglück. Erst am letzten Tag regnete es richtig.

Trotzdem trug ich die Jacke immer wieder am Abend, wenn es kühler wurde. Besonders gut funktionierte für mich die Kombination mit meinem extrem leichten 10-Gramm Wärmelayer. Für sein beinahe nicht vorhandenes Gewicht (116g) funktionierte dieser erstaunlich gut.

Rückblickend hätten mir dieser Wärmelayer, die Regenjacke und meine Windjacke wahrscheinlich für einen großen Teil des Weges gereicht.

Zur Sicherheit hatte ich zusätzlich eine synthetisch gefüllte Isolationsjacke mit ungefähr 230 Gramm dabei. Auch sie funktionierte gut, wirklich gebraucht habe ich sie aber kaum.

Im Nachhinein hätte ich hier wahrscheinlich etwas Gewicht sparen können. Gleichzeitig wusste ich vor dem Start natürlich nicht, dass ich über Wochen fast ausschließlich gutes Wetter haben würde.

Schuhe – vom vertrauten Hoka zum unbekannten Adidas

Bei den Schuhen begann ich mit einem Hoka Speedgoat 6 in der Wide-Version.

Hoka funktioniert für meine Füße seit Jahren ausgesprochen gut. Ich schlüpfe hinein und der Schuh sitzt beinahe wie ein Hausschuh. Wichtig ist für mich allerdings die Wide-Version. Die normale Ausführung ist mir zu schmal.

Nach ungefähr 600 Kilometern war mein erstes Paar so weit verschlissen, dass ich wechseln musste. Ich versuchte natürlich, wieder denselben Hoka in Wide zu bekommen. Unterwegs war aber keiner aufzutreiben.

Nach vielen anprobierten Schuhen entschied ich mich schließlich für einen Adidas, der von allen Alternativen von der Breite her meinem Hoka am nächsten kam.

Grundsätzlich war es kein schlechter Schuh. Im Gegenteil: Der Grip war ausgezeichnet. Trotzdem bekam ich immer wieder Druckstellen. Ich änderte die Schnürung, probierte andere Socken und versuchte verschiedene Möglichkeiten – ganz verschwanden die Probleme nie. War rechts Ruhe, meldete sich links etwas.

Für mich kam noch etwas Entscheidendes hinzu.

Mit dem Hoka wusste mein Körper genau, was passiert, wenn ich auf einen Stein steige, über Geröll gehe oder irgendwo hinunterspringe. Ich kannte die Breite der Sohle, kannte den Grip und wusste, wie der Schuh reagiert.

Mit dem Adidas war dieses vertraute Gefühl plötzlich weg.

Durch meine Störung der Propriozeption ist ein Schuhwechsel für mich ohnehin schwieriger. Normalerweise brauche ich zwei bis drei Wochen, bis ich mich an einen neuen Schuh wirklich gewöhnt habe und ihm vertraue. Auf dem HexaTrek hatte ich diese Zeit nicht. Der neue Schuh musste am nächsten Morgen funktionieren – auf teilweise ausgesprochen schwierigen Wegen.

Die ersten zwei oder drei Tage waren deshalb unangenehm. Erst allmählich entwickelte sich wieder das Vertrauen, das ich für meine Schritte brauche.

Nach ungefähr 400 Kilometern war auch dieser Schuh für mich am Ende. Interessanterweise war nicht in erster Linie die Außensohle das Problem. Sie war zwar sichtbar abgelaufen, hatte aber weiterhin erstaunlich guten Grip.

Nachgelassen hatten vielmehr Dämpfung und Gesamtstabilität. Das Gehen wurde zunehmend unangenehm. Dieser Teil der Ausrüstung bedarf längerer Überlegung, denn es gibt mehrere Möglichkeiten der Beschaffung.

Adidas Schuhe, Ausrüstung
Mein zweites Paar Schuhe für die Pyrenäen. Mein fünftes am Hexatrek.
Adidas Schuhe, Ausrüstung.

Kochen und Verpflegung – einfacher ist für mich besser

Bei meiner Kochausrüstung würde ich wenig verändern. Der kleine BRS-3000T-Gaskocher funktionierte zuverlässig und auch mein 500-Milliliter-Topf war für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend.

Anders sieht es bei der Verpflegung aus. Für diese Ausrüstung zählt Erfahrung und immer wieder ausprobieren.

Vor dem HexaTrek hatte ich mir vorgestellt, unterwegs abwechslungsreicher zu kochen. Nudeln mit Tomatenmark funktionierten beispielsweise sehr gut. In meiner Vorstellung wollte ich solche einfachen Gerichte mit Olivenöl, Gewürzen und anderen Zutaten aufwerten.

In der Realität merkte ich aber wieder, dass mich solche scheinbar einfachen Dinge unterwegs schnell überfordern können. Nach einem langen Tag noch verschiedene Zutaten zu organisieren und daraus etwas zuzubereiten klingt banal. Für mich ist es das nicht immer.

Das muss ich akzeptieren und meine Verpflegung entsprechend planen.

Essen am Hexatrek

Auf zukünftigen langen Wegen werde ich deshalb wahrscheinlich von Beginn an stärker auf fertige Trekkingnahrung setzen. Nicht, weil sie kulinarisch besser wäre, sondern weil sie mir Entscheidungen und Arbeitsschritte abnimmt: Wasser erhitzen, einfüllen, warten, essen.

Dazu kommen einfache Dinge, die ohne Zubereitung funktionieren: Müsliriegel, Käse, teilweise Wurst und andere Lebensmittel, die ich direkt essen kann.

Meine Verpflegung muss nicht raffiniert sein. Sie muss auch dann noch funktionieren, wenn ich müde und überfordert bin.

Kochen - Ausrüstung

Wasser – jeden Tag neu rechnen

Wasser war in den Pyrenäen praktisch jeden Tag ein Thema. Gleich zu Beginn machte mir die große Hitze zu schaffen. Dazu kam, dass mehrere eingezeichnete Wasserstellen schlicht kein Wasser führten. Bereits am ersten Tag musste ich deshalb vom Weg absteigen, um an Wasser zu kommen.

Nach dieser Erfahrung war ich zunächst vorsichtig und nahm lieber zu viel als zu wenig mit.

Meine maximale Kapazität war entsprechend groß: ein 1,5-Liter-Wasserbeutel, eine 1,5-Liter-Plastikflasche, vorne eine weitere 0,5-Liter-Flasche, die etwa 600-Milliliter-Flasche meines Wasserfilters und zusätzlich eine kleine 500-Milliliter-Softflask für den Notfall.

Wenn wirklich alles gefüllt war, hatte ich ausreichend Reserve – allerdings auch mehrere Kilogramm zusätzlich auf dem Rücken. Das alles zählt zusätzlich zum Basis-Gewicht.

Alle Ausrüstung im Rucksack.

Natürlich konnte ich unterwegs Wasser filtern. Trotzdem war mir das manchmal schlicht zu mühsam. Oft wusste ich außerdem nicht, welche Wasserqualität mich an einer eingezeichneten Stelle erwarten würde. Wenn ich beim Start oder an einer Hütte verlässlich gutes Wasser bekam, nahm ich deshalb manchmal lieber etwas mehr davon mit.

Nach ungefähr zwei Wochen hatte ich wesentlich mehr Erfahrung mit den Bedingungen. Statt möglichst viel mitzunehmen, begann ich genauer zu berechnen, wie viel ich tatsächlich bis zur nächsten verlässlichen Wasserstelle oder Hütte brauchte. Manchmal waren das nur ungefähr eineinhalb Liter.

Komplizierter wurde die Rechnung, wenn ich draußen übernachtete. Dann musste das Wasser zusätzlich fürs Kochen, für die Nacht, für den nächsten Morgen und schließlich noch bis zur ersten Wasserstelle des folgenden Tages reichen.

Es war jedes Mal eine kleine Rechenaufgabe. Mit der Zeit bekam ich dafür aber ein ziemlich gutes Gefühl. Abgesehen vom ersten Tag kann ich mich nicht erinnern, später noch einmal wirklich zu wenig Wasser gehabt zu haben.

Elektronik – Strom war eine begrenzte Ressource

Mit meiner Elektronik kam ich gut zurecht. Allerdings musste ich mit dem verfügbaren Strom sehr sparsam umgehen.

Den größten Teil benötigte ich für Navigation und Fotografieren. Einfach im Internet herumzusurfen gab es praktisch nicht – was wahrscheinlich gar kein Nachteil war.

Auch Beiträge für Instagram oder Facebook stellte ich nur selten online. Nicht weil es nichts zu erzählen gegeben hätte, sondern weil auch das zusätzliche Akkuleistung verbraucht hätte. Navigation und Fotografieren hatten Vorrang.

Mit dabei war außerdem eine kleine elektrische Pumpe für meine Isomatte. Die würde ich jederzeit wieder mitnehmen. Der Akku reicht für erstaunlich viele Füllungen und für mich war sie wesentlich angenehmer als ein Pumpsack.

Als Stirnlampe hatte ich meine Nitecore dabei. Sie funktionierte ausgezeichnet, war für diesen Weg aber eigentlich etwas überdimensioniert. Ich hatte diesmal nicht vor, nachts zu gehen. Anders als beispielsweise auf manchen Jakobswegen hätte wahrscheinlich auch eine kleinere und leichtere Lampe ausgereicht.

Elektronik - Ausrüstung

Hygiene – weniger braucht es kaum

Bei der Hygiene hatte ich eigentlich alles dabei, was ich brauchte – mit einer Ausnahme. Gleich in den ersten Tagen bemerkte ich, dass ich meine Dr. Bronner’s Seife vergessen hatte.

In einem Hotel nahm ich deshalb ein kleines Stück Hotelseife mit. Aus diesem Provisorium wurde schließlich meine Seife für den restlichen Weg. Wenn ich irgendwo duschen konnte, brach ich einfach ein kleines Stück davon ab. Erstaunlicherweise reichte diese eine kleine Seife bis zum Ende.

Da ich häufig draußen biwakierte, bestand Körperpflege ohnehin oft nur aus dem, was gerade möglich war. Wenn sich die Gelegenheit ergab, wusch ich mich in einem Bach oder See. Meist war das eher eine Katzenwäsche: Füße und Beine vom Schmutz des Tages befreien, Hände und Gesicht waschen.

Mir war vor allem wichtig, nicht völlig verdreckt in meinen Schlafsack zu kriechen.

Mein kleines Tuch hatte gleich mehrere Aufgaben. Ich verwendete es zum Waschen und Abtrocknen, aber auch, um bei Bedarf das Zelt abzuwischen. Viel Wasser wollte ich für die Körperpflege ohnehin nicht verbrauchen – schließlich musste ich es tragen.

Erste Hilfe – für die kleinen Verletzungen des Weges

Mein Erste-Hilfe-Set brauchte ich immer wieder, zum Glück aber nie für etwas Ernstes. Eine gewisse Grundbasis gehört zur Ausrüstung.

Besonders meine Unterschenkel bekamen auf den felsigen Wegen einiges ab. Ich stieß immer wieder gegen Steine und zog mir kleinere Schürfwunden zu, die manchmal auch bluteten.

Sehr bewährt hat sich meine selbstgemachte Beinwellsalbe. Ich verwendete sie häufig abends an den Füßen und ließ sie über Nacht einwirken. Zusätzlich hatte ich eine ebenfalls selbstgemachte Pechsalbe dabei, die einige Male zum Einsatz kam.

Ansonsten genügten ein paar Pflaster und das Notwendigste zur Wundversorgung.

Hygiene, Medizin Ausrüstung

Was würde ich anders machen?

Nach den Wochen in den Pyrenäen fällt meine Bilanz überraschend eindeutig aus: Eigentlich würde ich nur sehr wenig verändern.

Diese Ausrüstung war wahrscheinlich die bisher beste Zusammenstellung, mit der ich auf einem meiner langen Wege unterwegs war.

Beim Schlafsack gibt es für mich kein klares Richtig oder Falsch. Im Hochsommer würde der Spark 1 wahrscheinlich vollkommen reichen und etwas Gewicht sparen. Sobald eine Wanderung bis in den Herbst reicht, gibt mir der Spark 2 dagegen mehr Reserve. Welchen ich wähle, würde ich deshalb von Jahreszeit, Route und meinem Gefühl vor dem Start abhängig machen.

Als Isolationsjacke würde ich wahrscheinlich eher meine leichte Daunenjacke mit etwa 150 Gramm einpacken, als die synthetische Jacke mit rund 230 Gramm. Bei den Bedingungen auf diesem Weg hätte sie gereicht. Bei längerem Regen und wirklich schlechtem Wetter könnte die Entscheidung allerdings wieder anders aussehen.

Eine kleinere Stirnlampe wäre ebenfalls möglich. Andererseits kenne ich meine Nitecore, bin an sie gewöhnt und wirklich schwer ist sie auch nicht. Manchmal ist mir Vertrautheit wichtiger als die letzten eingesparten Gramm.

Deutlicher ist meine Erkenntnis bei der Verpflegung. Hier werde ich auf zukünftigen Fernwanderungen wahrscheinlich von Anfang an stärker auf Trekkingnahrung und möglichst einfache Lebensmittel setzen. Trekkingnahrung ist teuer, nimmt mir aber Arbeit und Entscheidungen ab.

Bei der Nemo Tensor Elite wäre eine breitere Version angenehm. Meine jetzige Matte hat allerdings so gut funktioniert, dass ich sie deswegen nicht gleich ersetzen werde.

Was kommt beim nächsten Mal wieder mit?

Und damit sind die Änderungen eigentlich schon aufgezählt.

Mein Rucksack am Hexatrek, wichtiger Teil der Ausrüstung.

Rucksack, Zelt, Trekkingstöcke, Koch- und Wassersystem und der größte Teil meiner Bekleidung haben sich bewährt. Für zukünftige Fernwanderungen würde ich meine Ausrüstung weitgehend genauso wieder einpacken und lediglich an Jahreszeit, Temperaturen und Strecke anpassen.

Nach all den Jahren und Kilometern ist das vielleicht meine wichtigste Erkenntnis: Ich suche nicht mehr nach der leichtesten oder besten Ausrüstung auf dem Papier.

Ich weiß inzwischen ziemlich genau, was für mich funktioniert.

Und genau das ist wahrscheinlich meine beste Packliste.

→ LighterPack Ausrüstung HexaTrek 2026 Pyrenäen Liste hier downloaden

...und hier geht´s zu meiner

→ LighterPack Ausrüstung HexaTrek 2024 Vogesen, Alpen, Cevennen


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Ich bin Jörg, wohne in der Nähe von Graz und blogge hier über meinen Weg zurück ins Leben, das ein Hirnabszess 2016 völlig auf den Kopf gestellt hat.
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